Verwendung Startpilot

mr-Diesel

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Mit Beginn der kalten Jahreszeit kommt auch die mögliche Verwendung von STARTPILOT wieder auf.

Bei großer Kälte bzw. schwachem Motor kann STARTPILOT den Kaltstart erleichtern.

Zum Teil wird die Verwendung in der Betriebsanleitung empfohlen, oder es sind sogar herstellerseitig Injektionsvorrichtungen eingebaut.

 

- Was gibt es hier zu beachten bzw. wo liegen die Risiken?

- Es gibt ja immer wieder Warnrufe und die Gefahr von Motorschäden.

Ich verwende das Zeug erst unter -10°C.
 
Hallo, das Wichtigste ist meines Erachtens das man Startpilot in den sich bewegenden Motor stoßweise eingibt. Vorher sollte man seine Betriebsanleitung jedoch gelesen haben. Bei verschiedenen Modellen mit Verteiler Einspritzpumpen gibt es eine Kaltstarteinrichtung am Stophebel. Hierbei sollte man wissen ob die Starthilfe (Stophebel am ersten Anschlag heißt 3fache Einspritzmenge) mit oder ohne betätigen des Gaspedals auf Vollgas bedient werden muß.eup-1136508982-44969ce51cd4b51083a50c9b5a7daa46-1542019704_big.webp

Gutes gelingen wünscht der Paylodoc.
 
Hallo,

ich habe bei meinen D214 immer den Pilz auf dem Luftfilter abgemacht und da einen Spritzer hineingesprüht. Der Motor war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr der beste. 

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen das man das Problemlos viele Jahre machen kann. Man muss sich aber bewusst sein das man dabei das Problem nur vor sich herschiebt und der Motor mehr belastet wird. 

Spätestens wenn du auch bei 10 Grad und mehr Startpilot brauchst wird es unschön und es steht viel Arbeit an. 

Besser wäre es jetzt schon die Ursache zu suchen. Vielleicht helfen schon ein paar neue Glühkerzen deinem IHC auf die Sprünge.

Gruß Tino
 
...Mercedes-Benz als deutscher Premiumhersteller für Personen- u. Nutzfahrzeuge aller Art, hat früher bei vielen Nutzfahrzeugen mit Direkteinspritzmotoren (auch Unimog + MB-trac´s)  mit  z. B. OM314/364352/366 eine Kaltstarthilfe in Form einer festinstallierten Startpiloteinspritzanlage Werksseitig verbaut mit allem Zubehör, Beschreibung u. voller Garantie! So schlecht kann diese Lösung also gar nicht sein.

Gruß

__________________________
Gaggenau / Neuss / Forstern
 
Hallo,

bevor ich Startpilot nehmen würde wären mir andere Hilfsmittel lieber wie:

  • Kühlwasser wärmen (Kühlwasserheizung/Motorvorwärmung)
  • Fön in den Lufltfilter (Einlassröhrenwerk) halten und starten
ich habe aber beides noch nicht gemacht da ich hier keinerlei Nöte habe!.

Ich kann mich nur daran erinnern dass unser Prof. (ich habe Motorentechnik im Maschinenbaustudium vertieft) uns immer eindringlich davor gewarnt hat es zu nutzen....

Gruß,

Manfred
 
Hallo,

ich kann mich noch schwach daran erinnern, das Vater ein kleinen Schuß

Benzin in den Luftfilter bei D-439 gegeben hatte. Sprang dann bei kälte und alter

Batterie auch gut an. Heute (vor ca.25 Jahren gemacht) mit Stabglühkerzen

und ordentlicher Batterie springt der D-439 als einzigster Schlepper auf dem Hof

bei größerer Kälte verläßlich an......

Gruß Casi
 
Danke soweit für die Nachrichten.

Ich verwende den STARTPILOT auch nur bei sehr großer Kälte (minus 10°C kommt ja selten vor).

Der Diesel startet dann sofort (erste Umdrehung) und nicht erst nach 5 - 10 sec. orgeln.

Ich habe jedoch immer wieder von möglichen Motorrschäden wie Lager und Kolben gehört.

Daher meine Vorsicht bzw. Bedenken.
 
Habe es auch einige Winter benutzt da ich dachte mein Anlasser ist ok Nach dem reparieren. Habe mich nach 3 Jahrn aber doch für neue Kabel zur Batterie und nachdem das auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, für einen neuen Anlasser statt reparieren entschieden. Seitdem Brauch ich den Mist nicht mehr 
 
Hallo,
Startpilot ist ein deutlich zündwilligers Gas-Luftgemisch als es zerstäubter Dieselkraftstoff ist. Dadurch entsteht eine "harte" Zündung des Gemisch, was sich auch in einem klopfenden oder nagelnden Geräusch der ersten Zündung äussert.
Das heisst, die Explosion des zündfähigen Gemisches läuft deutlich härter und schneller ab, als es bei einer normalen Dieseleinspritzung erfolgen würde. Daraus resultierend ergib sich ein größerer Druck im Verbrennungsraum und der Kolben wird, sagen wir mal "schlagartig" nach unten bewegt. Dies wiederum ergibt einen grösseren Druck auf deine Kubelwelle im Pleullager, was, vorallem bei älteren Motoren zu einer punktuellen Belastung der Kurbelwellenlager führt, da bei etwas altersschwachen Motoren auch der Motorölschmierdruck meist länger benötigt um afgebaut zu werden.

Darum sollte man, wie du schon gesagt hattest, sparsam und vorsichtig mit dem Zeug umgehen, um das etwas schwächelnde Motörchen nicht dauernd übermäßig zu belasten.

Gruß

Hans-Josef 
 
Die Verwendung von STARTPILOT hat als unerwünschten Nebeneffekt die Abwaschung des Schmierfilmes an der Laufbüchseninnenseite. Ein gut gepflegtes Fahrzeug springt ohne STARTPILOT an und wie gut es gepflegt ist, kommt immer auf den Fahrer an. Ich fahre seit fast 60 Jahren ein KFZ und STARTPILOT habe ich noch nie benötigt, auch nicht im Superwinter 1962/63. Gruß, Dieter, der "Linksdreher".
 
Hallo, da muss ich dem Dieter leider widersprechen.

IHC 640 Allrad 1992 nagelneu gekauft. Der sprang schon in seinem ersten Winter

nur ungern an. Wenn der im Winter im Freien stehen müsste- bzw. nur unter einem Vordach, dann

würde gar nix gehen. Lt. Betriebsanleitung muss man bei diesem Typ beim Startvorgang nach dem Glühen

"Vollgas" geben. Aber der störrische Bock will trotzdem nicht richtig loslegen.

Träges Biest, auch im Sommer, der Allrad frisst einfach zuviel Leistung.

Gruß Fred
 
Ich fahr schon seit meinen 6 Lebensjahr Schlepper.

Wen ein Motor auch bei minus 25C° nicht von selbst anspringt ist der Motor kaputt da könnt Ihr alle sagen was ihr wollt.

Ich habe noch nie Startpilot gekauft, geschweige den benutzt.

LG Lukas
 
Moin.

Theorie. Der Dieselmotor ist ein Selbstzünder. Das heißt der Kolben komprimiert die angesaugte Luft, die sich dadurch auf ca. 300 Grad Celsius erwärmt. Da wird dann, gesteuert durch die ESP und den Abspritzdruck der Düsen, zum richtigen Zeitpunkt Kraftstoff eingespritzt. Durch eine gute Vernebelung des Kraftstoffes kann sich dieser entzünden und in einer berechneten Geschwindigkeit der Flammfront entwickelt sich eine Kraft auf den Kolben.In jedem Fall muss diese Kraft nach dem OT liegen, da sonst die Kurbelwelle rückwärts belastet werden würde.

Jetzt kommt Startpilot ins Spiel. Dieses wird mit der Luft angesaugt, so das sich ein zündfähiges Gemisch bildet. Die Luft wird komprimiert und erwärmt sich. Wann nun genau dieses Gemisch zündet, kann niemand sagen, es kann also jederzeit zu Frühzündungen geben. Diese sind auf Dauer sehr schädlich für den Kurbeltrieb. 

Kann jetzt jeder selber entscheiden was er macht.

Beim Benziner völlig anders. Da wird die Zündung immer mit einem vorbestimmten Zündzeitpunkt eingeleitet, egal welcher Brennstoff vorhanden ist.

Bleibt als Nachteil noch die Schmierfilmabwaschung wie von Dieter beschrieben. Das tritt bei unverbranntem Kraftstoff auch auf, beim Diesel weniger als beim Benziner. 

Mein Fazit: Einspritzsystem gut gewartet halten, dann sollte man kein Startpilot brauchen. Auch bei einen Neuschlepper können Fehler an den Einspritzdüsen auftreten, das solltest du mal testen lassen.

Gruß Jürgen
 
So und jetzt behaupte ich noch, ein direkt einspritzender Dieselmotor braucht weder Startpilot noch Vorglühanlage, wenn alles in Ordnung ist.

Gruß Markus 
 
Erst mal würde ich alles andere in Ordnung bringen bevor Startpilot zum Einsatz kommt. Zumindest ist es keine Dauerlösung, obwohl ich mich auch daran erinnern kann, das die Fahrzeuge bei der Bundeswehr auch solche Einrichtungen fest montiert hatten, Gut, Bundeswegr ist kein Maßstab, und vielleicht war das auch nur für den nächsten Tripp Richtung Rußland gedacht...... Zum Einsatz kamen diese Einrichtungen bei unseren Verhältnissen nie. Als ich noch Viehhaltung hatte, war der Schlepper der immer laufen mußte mit einer Motorvorwärmung ausgerüstet. Heute ist er nur noch Oldtimer. Aber meinen neuen Schlepper hab ich ab Werk mit Vorwärmung bestellt, minimaler Aufpreis. Ansonsten gute Batterien, funktionsfähige Glühanlage und sichere Dieselversorgung, dann muß das gehen. Ansonsten vielleicht doch mal den Motor renovieren! Ein alter Lama sagte mal zu mir: Startpilot ist des Motors Tot.
 
Moin,

die Verteilerpumpen, mit denen die Direkteinspritzer aus Neuss ausgerüstet waren, waren in den 70igern nicht immer gut. Wir hatten einen 744, der hatte Kraft ohne Ende, aber Anspringen wollte der vom ersten Tag an nicht. Der Sprang nur mit voller Batterie, bergab rollen lassen und Anlasser an. Oder eben mit Hasch ( Startpilot ).Ich hatte extra am Luftansaugstutzen einen zusätzlichen Anlasserschalter montiert, damit man ihn alleine vernünftig starten konnte.

Der Nachbar hatte einen 644, der immer gut ansprang. Ich füher das auf die Einspritzpumpe zurück.

Ich habe mir 1997 einen 1046 gekauft, der die ersten Jahre auch nur mit Kniffen zum Laufen zu bewegen war, wenn das Thermometer unter 0°C anzeigte. Nachdem die Einspritzpumpe neu kam, springt der mit einer 86Ah Batterie immer zuverlässig an!

Mein 353 springt immer gut an, mit Mehrmenge und voller Batterie geht das bis -5°C ohne Probleme. Der Kolben der einspritzpumpe muß ja im Vergleich zum 1046 pro Kurbelwellenumdrehung auch nur die Hälfte leisten.

Man darf nicht vergessen, das der Kolben der Verteilerpumpe die Arbeit für allen Zylinder machen muß, und das ist bei einem Sechszylinder eben ein sechsfacher Verschleiß zu einer Reihenpumpe. Auserdem sind unsere Schlepper ja auch alle schon min. über ein viertel Jahrhundert alt.

Vom Startverhalten her sind die Vorkammermotoren sowieso nicht zu toppen, mein D430 springt noch an, wenn alle anderen Schlepper ihren Dienst verweigern.

Gruß

Frank
 
Seit 1984 fahre ich IHC. Die Modelle 320, 353, 733 und 844S auch im Winter. Die sprangen immer alle ohne Startpilot im Winter an.

Jedes Jahr sammeln wir im Frühjahr bei uns im Dorf den Müll an den Straßenrändern ein. Wir waren mit 2 IHC und 2 Fendt am Müll einsammeln. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein kam die Diskussion unter den "Experten" auf das Thema, dass die Cormick im Winter ja alle so schlecht oder gar nicht anspringen. Da war auch einer dabei, der schon 40 Jahre IHC Direkteinspritzer fährt. Ich habe denen dann die Mehrmenge über den Stopzug erklärt. Davon hatten alle noch nichts gehört.

Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass auch IHC Fahrer die Mehrmenge nicht kennen. Der 733 springt bei Minustemperaturen so auch nicht an. Mit Mehrmenge bisher immer.

 

Gruß Ingo
 
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