Wieder mal das Öl

Wittgensteiner

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Guten Morgen zusammen. Das Thema Getriebeöl ist hier nun ja schon bis zum Erbrechen durchgekaut worden. Trotzdem habe ich in meinem speziellen Fall noch eine Frage an die Experten. Bei meinem 956 40 Km/h mit Zentralantrieb von 1987 ist vor ca. 150 Stunden das Getriebe auf gewesen. Dabei wurden die Handbremse und die Ölpumpe erneuert. Nun habe ich seitdem folgendes Problem: wenn der Schlepper kalt ist funktioniert alles einwandfrei, soll heissen der Allrad schaltet sowohl beim Bremsen als auch manuell an und ab so wie er soll. Auch der Öldruck ist okay. Wenn das Öl warm wird fangen die Probleme an. Das Öl wird anscheinend flüssig wie Wasser, dadurch sinkt der Öldruck, was dann wieder zur Folge hat, dass der Allrad erst ab 2000 Umdrehungen ausschaltet. Jetzt in der Futterernte beim Mähen z.B. geht der Druck so weit runter, dass die Druckkontrolleuchte sogar bei Standgas angeht, und zwar auch bei nicht getrennter Kupplung, so dass die Pumpe läuft. Bei Kurvenfahrten auf Grünland ist es natürlich nervig wenn der Allrad fast ständig drin ist.

Seitens der Werkstatt die für sich beansprucht IHC-Experte zu sein wurde ein UTTO-Öl von Granit eingefüllt, welches angeblich die passende Spezifikation hat. Daran habe ich erhebliche Zweifel. 

Nun die eigentliche Kernfrage: Ist das original Hy-Tran Fluid in allen Temperaturbereichen von der Viskosität so stabil dass mein Problem damit gelöst wäre?
 
@Wittgensteiner. Hallo Namenloser, als in 1965 der 523 und der 624 mit dem AGRIOMATIC-S Getriebe am Markt auftauchten und als Getriebeöl für diese Typen das Hy-Tran-Fluid vorgeschrieben wurde erfolgte zeitgleich eine Anweisung des Kundendienstbüros der IHC. Wenn an diesen Schleppern während der Garantiezeit Getriebeschäden auftraten, musste die Werkstatt eine Getriebeölprobe vorhalten, bis zur endgültgen Klärung der Ursache, durch die der Schaden entstanden war. Jetzt überleg mal warum. Denn die Mehrzahl der Schäden die an diesen Getrieben auftraten entstanden durch falsches Öl oder fehlende bzw. mangelhafte Wartung. Gruß, Dieter, der "Linksdreher" aus Hessens Mittelpunkt.
 
Meine Meinung:

Wenn der Hersteller IH-Hytran vorschreibt, sollte man keine Experimente machen.

Allerdings ist das heutige Fiat-Hytran sicherlich ein anderes?

Bei John Deere z.B. führt falsches Oel zu Getriebe- und Hydraulikschäden.

Ich habe von 1995 bis 1999 meine Lehre gemacht.

Auf dem überbetrieblichen Getriebelehrgang, wurde uns jeden Tag, vom Ausbilder, min. 5x gesagt:

" Jungs füllt mir nur das Oel aufs Getriebe, das der Hersteller vorschreibet!! Habe schon reichlich Schlepper mit Getriebschäden, auf Grund des falschen Öls begutachtet. Gerade John Deere z.B. ist da sehr empfindlich!"

...und bei Gesprächen mit Berufskollegen hört man immer wieder von Getriebeschäden durch falsches Öl.

Also egal was der Werkstattmeister sagt, immer das vorgeschriebene Öl verwenden.

Bei ZF-Getrieben in Zweifel bei ZF anfragen!

Die Werkstätten wollen Geld verdienen.

Wir haben das Ganze schon durch. Vatters war der Meinung, wenn der Werkstattmeister bzw. der Zetorhändler sagt, das und das Hoyer-Öl geht auch, dann kann ich doch das auffüllen.

Ich habe gegen die Wand geredet. Im Handbuch stand ganz deutlich Fuchs-Öl in XY-Qualität. (Fuchs fertigt auch für John Deere ÖL. Hirsch-Öl gibt es aber nur bei Hirsch zu kaufen)

...und was war? nach ca. 3000h war das Getriebe schrott und der Händler hat alles abgestritten.

Die Reparatur war ein teurer Spaß!

Wenn das Thema Schlepper aufkommt sagt er immer Zetor baut nur Schrott-Schlepper usw.

Ich erlebe immer wieder das Werkstätten gibt, die auf IHC- bzw. FIAT-Schleppern, John Deere- Öl oder bei John Deere Fiat-Öl auffüllen wollen.

Teilweise aus Unwissenheit, Sturheit oder Faulheit.

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne korrigieren.
 
Servus,

ich würde nicht vorschnell das Öl verteufeln.

Zuerst muß gefragt werden, ob genug Öl im Getriebe ist, warum die Pumpe getauscht wurde und ob die richtige Pumpe eingebaut wurde, es gibt unterschiedliche Fördermengen.

Fördermenge lt. WHB bei 85°C und Nenndrehzahl: ca. 28l/min.

Wenn diese Fragen beantwortet sind, muß dem Ölfluß nachgegangen werden:

Ölfluß bei ausgeschaltetem Allradantrieb, Motor läuft:

Pumpe - Druckfilter - Magnetventil Allrad mit integriertem Druckbegrenzungsventil (ca. 15bar, begrenzt den Druck zum Öffnen der Allradkupplung) - hier teilt sich dann der Ölstrom.

Öl mit ca. 15bar: vom Ventil zum Druckspeicher - weiter zur Allradkupplung.

Öl, das über das DBV abfließt: Öldruckschalter - Getriebeschmierung.

 

Das heißt, dass die Pumpe so viel Öl fördern muß, dass der Druck erreicht werden kann, damit die Allradkupplung geöffnet wird. Erst jetzt kann Öl über das DBV am Druckschalter vorbei zur Getriebeschmierung fließen.

Der Druckschalter öffnet bei ca. 0,1 - 0,25bar.

Wenn bei heißem Öl der Allrad nicht aus geht gibt es folgende mögliche Ursachen:

  1. Die Pumpe kann aus irgend einem Grund nicht die der Pumpe entsprechende Ölmenge fördern (Pumpe verschlissen, Lekage in Ansaugleitung oder Druckleitung zum Filter)
  2. Der Ventilschieber schließt nicht richtig, es kann sich kein Druck aufbauen (dann wäre aber genug Druck auf der Getriebeschmierleitung, die Öldrucklampe leuchtet nicht).
  3. Das im Ventilschieber eingebaute DBV sitzt in extrem weit geöffneter Position fest (Feder gebrochen) und es fließt ein Großteil des Öls Über den Rücklauf ins Getriebe.
  4. Lekage im Druckspeicher, der in der Nähe des Allradantriebs sitzt (ist eher unwahrscheinlich).
  5. Hohe interne Lekage am Zylinder der Allradkupplung und der Drehdurchführung.
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Gruß, Gerhard
 
...es ist schon richtig, dass man bei der Pflege und Wartung dieser Maschinen auf die richtigen Oele mit den entsprechenden Freigaben, der korrekten Viskosität und Qualität achten sollte! Aber bei Schleppern mit Fremdgetrieben "beißt sich" dieser Vorsatz ein wenig!  Beispiel: Ein IH-Schlepper mit ZF-Getrieben der guten alten 3000er Serie mit kombiniertem Oelhaushalt für Schaltgetriebe, Allradabtrieb, Differential und auch der Arbeitshydraulik. IH schreibt hier das hauseigene Hy-tran vor, die ZF aus Passau empfiehlt laut Hinweis auf dem Typenschild am Getriebe, ein Motoröl der Viskositaet 20W-/20. Warum diese Diskrepanz zwischen Zulieferer und Fahrzeughersteller? Dazu meine Antwort als Gegenfrage: Was kann CASE-IH an einem 08/15-Standardmotorenoel noch groß verdienen im After-Sales-Geschäft?? Nicht sehr viel...  Gruß 😜

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Gaggenau / Neuss / Forstern
 
Moin zusammen,

danke für die Antworten, jedoch sind mir diese Inhalte sehr wohl bekannt. Auch die Funktionsweise des Getriebeölumlaufes ist mir reichlich bekannt. Das Getriebe war auf, da sich das Handbremsband verabschiedet hatte. Es wurde auch der ganze Schmodder rausgespült. Die neue Pumpe wurde verbaut weil die alte nicht mehr genug Druck brachte.Diese habe ich von CNH England besorgt, es ist auch die richtige. Und wenn das Öl kalt ist funktioniert auch alles.

Nochmal die Frage um die es mir speziell geht: kann jemand mit Sicherheit sagen dass diese Probleme mit dem HY-Tran nicht bestehen würden???? Wird das HY-Tran nicht dünner wenn es warm wird?

Einen schönen Tag allerseits......
 
Das ist doch jammern auf hohem Niveau. Du weißt doch, dass die "Fachwerkstatt" nicht das vorgeschriebene Öl eingefüllt hat. Schütte denen das vor die Tür, mach Hy-Tran-Fluid rein und wenn es dann immer noch nicht geht, dann kannst Du jammern. Es gibt in der PROFI einen sehr guten Bericht über einen  Geniestreich im Getriebe, nämlich des AGRIOMATIC-S Getriebe. Leider kann man im Forum keine pdf anhängen, da könntest Du eine Menge über dieses Getriebe erfahren und lernen. Gruß, Dieter, der "Linksdreher" aus Hessens Mittelpunk. Wenn Du Dich nicht scheust Deine e-Mail Adresse zu veröffentlichen, kann ich Dir den Bericht als pdf schicken. D.
 
Wo bekommt man denn das original Hy-Tran? Hat jemand eine Bezugsquelle. Bei Händlern vor Ort wollen die einem immer nur "vergleichbare" Öle verkaufen, die die Spezifikation erfüllen. Diese findet man auch im Netz haufenweise, selbst mit dem Zusatz Hy-Tran im Namen. Aber von Case finde ich das nirgendwo.
 
Hallo Dieter,

könntest du mir den Bericht aus der PROFI zum AGRIOMATIC-S Getrieb auch bitte schicken.

Du hast ne PM mit der Adresse.

VG Stephan
 
Hallo Dieter,

ich habe auch interesse an dem Bericht aus der PROFI zum AGRIOMATIC-S Getriebe.

VG Markus
 
Wittgensteiner:

Wo bekommt man denn das original Hy-Tran? Hat jemand eine Bezugsquelle. Bei Händlern vor Ort wollen die einem immer nur "vergleichbare" Öle verkaufen, die die Spezifikation erfüllen. Diese findet man auch im Netz haufenweise, selbst mit dem Zusatz Hy-Tran im Namen. Aber von Case finde ich das nirgendwo.
Lass Dir doch nicht die Hy-Tran Plörre aufschwätzen. Diese ist Qualitativ nicht besser wie andere Öle die die Spezifikationen erfüllen. Ist mal einem Ölvertreter rausgerutscht. Vom Preis ganz abgesehen. Original ist nicht immer gleich besser....
 
Hallo Markus, kein Problem Dir den Bericht aus dem Profi als pdf zu senden. Da man aber hier im Forum nur jpg  anhängen kann müsste ich dazu Deine e-Mail Adresse haben. Wenn sie sonst niemand erfahren soll kannst Du sie als PM schicken oder direkt an mich. Meine e-Mail findest Du in meinem Profil. Gruß, Dieter, der "Linksdreher" aus Hessens Mittelpunkt.
 
@ Wittgensteiner:

ich glaube nicht dass das Öl schuld ist.

Das Problem liegt glaub ich an der Pumpe oder bei der Allradkupplung / Drehdurchführung.

Gruß, Gerhard
 
Hallo Dieter,

könntest du mir den Bericht aus der PROFI zum AGRIOMATIC-S Getrieb auch bitte schicken.

Du hast ne PM mit der Adresse.

VG Stephan
 
@Schmitzi75: die Pumpe ist neu rein gekommen und bringt bei kaltem Öl auch den Druck, so dass der Allrad im Standgas rausgeht. Ertst wenn es warm wird fangen die Probleme an. Deswegen wollte ich eigentlich auch nur wissen ob das Hytran temperaturstabiler ist und nicht dünn wie Wasser wird?
 
@....

bin kein Ölexperte aber bei einer funktionierenden Pumpe sollte es keine Rolle spielen ob das Öl dick oder dünnflüssig ist.Wenn

der Öldruck bei warmen Öl nicht ausreichend ist würde ich das Problem eher hinter der Pumpe vermuten .

Grüße aus dem Rheinkreis Neuss

Die Schmiede der einzig wahren IH-Schlepper

🔥 Hermann🔥
 
Moin,

diese Fragen lassen sich ohne genaue Zahlen nicht beantworten, aber das eingefüllte Öl hat eine Kennlinie der Viskosität in Verbindung mit der ÖLtemperatur. Wir kennen die Kennlinie nicht auch die nicht von Hytran und wir kennen die Öltemperatur nicht im warmen Zustand. Aber das z. B. ein handelsübliches Hydrauliköl (HLP46) kann bei 78°C bereit in einen kritischen Viskositätsbereich kommt kann man der Kennlinie des Hydrauliköles entnehmen.

VG

Markus
 
Wittgensteiner:

@Schmitzi75: die Pumpe ist neu rein gekommen und bringt bei kaltem Öl auch den Druck, so dass der Allrad im Standgas rausgeht. Ertst wenn es warm wird fangen die Probleme an. Deswegen wollte ich eigentlich auch nur wissen ob das Hytran temperaturstabiler ist und nicht dünn wie Wasser wird?
Aus eigener Erfahrung nein. Die Handbremse macht ordendtlich frei? Hast Du den Druck mal gemessen wie deine Allradkupplung beaufschlagt wird? Welche Pumpe wurde eignebaut? 56er und Allrad immer drin ist ein riesen Problem wo sich nur sehr sehr wenige auskennen.... 
 
Servus,

rechnen wir einmal ein wenig:

Das WHB sagt, die Pumpe soll 28l/min fördern, bei 85°C Öltemperatur und Nenndrehzahl.

Das sind pro Sekunde 0,467l, also fast eine Halbe / Sekunde!

Das kann nicht am Dünnflüssigen Öl liegen, dass der Allrad nicht mehr raus geht!

Das Problem liegt

  1. bei der Pumpe,
  2. bei der Leitung von der Pumpe zum Allradfilter
  3. Allradventil
  4. Allradkupplung mit Drehdurchführung
Ich sagen 1, oder 2, alles andere würde nicht zu einer so hohen Lekage führen.

Du kannst das aber messen, ob die Pumpe gut ist:

Wenn das Getriebeöl richtig heiß ist, nimmst du die Leitung vom Allradfilter zum Druckspeicher ab und hängst da ein Hydraulikmessgerät an, das nicht nur Druck, sondern auch den Durchfluß messen kann, mit Rücklauf ins Getriebe zurück.

Zu messen anfangen mit offener Drossel, dh. druckloser Umlauf. Bei 1000/min Motordrehzahl müssen mindestens 10 - 12 l/min fließen.

Dann die Drossel langsam zudrehen, die Fördermenge darf bis 15bar nicht deutlich abnehmen.

Sollte bei 18 - 20bar bei 1000/min noch mindestens 8l/min durchfließen, dann ist von der Pumpe über Allradfilter und Magnetventil alles in Ordnung und das Problem liegt weiter hinten.

 

Also erst eimal messen, dann kann man weitersehen, alles andere ist reine Spekulation.

 

Ach ja, wenn die Pummpe schon stark durchläßt (oder an der Drehdurchführung, Kupplungskolben), erwärmt sich das Öl noch mehr, was zur Folge hat, dass das Öl noch dünner wird.

Ein Teufelskreis.

Gruß, Gerhard
 
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