ZF APL 1351 Achsschenkelgehäuse Gewinde vom Schwenkbolzen weg

Bauerholm

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Hallo IH Gemeinde,

da seit kurzem das rechte Vorderrad meines 856 XL schief stand, habe ich das ganze gestern mal zerlegt.

Das obere Lager war ganz weg und das untere sieht auch nur etwas besser aus.

Mein Vorbesitzer hat wohl "vergessen", mir zu erzählen, das er da schon mal gebastelt hat, es waren schon Scheiben dazwischen geklemmt, damit der obere Bolzen unten bleibt.

Mein eigentliches Problem ist aber, das im Achsschenkelgehäuse das Gewinde für den oberen Bolzen ausgerissen ist.

Ich meine hier mal einen Tread gesehen zu haben, in dem es auch darum ging und einer das mit selbstgedrehten Bolzen repariert hat, finde den Tread aber nicht wieder.

Für Tipps und Anregungen sowie Ersatzteilangebote bin ich dankbar.

 

Gruß Michael
 
Hallo Michael,

habe dasselbe bei unseren beiden 844 durch und auch in verschiedenen Formen

des Schadens, es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, die Schäden zu beheben.

Lässt sich aber besser am Telefon besprechen.

Meine Nummer : 01636155804 vor dem Anrufen am besten eine sms schicken,

da ich nicht immer gleich dran gehn kann.

Gruß Sebastian
 
Hallo Michael

Hab das gleiche Problem bei dem 744 den ich erworben habe gehabt: Hab viele variationen gehabt um den alten Achschenkel wieder fit zu machen, eine davon war das Loch aufdrehen zu lassen und eine nächst grössere Bolzen Grösse die es bei Fendt gibt einzusetzen wobei dieser bolzen um die 180 euro plus Mwst. dann plus die kosten vom raus drehen und das passende Gewinde eindrehen wäre ein horenter betrag enstanden weil man den Achsschenkel auch nicht so einfach einspannen kann ! So hab ich ausschau bei ebay nach einem gebrauchten achschenkel  gehalten und bin auch relativ schnell fündig geworden für einen sehr gut erhatenen Achss.inkl zwei Bolzen für 280 euro. Wobei dieser neu auch um die 1000 kosten würde ohne Bolzen ! Mein Tip einfach geduldig ausschau halten ,gut ding braucht weil !
 
Es gibt nach meiner Ansicht zwei Lösungsansätze für die Problematik. Aber zuerst sollten man mal betrachten warum dieser Schaden auftritt. Das hat wie viele Dinge mehrere Gründe.

 

Es ist es von der Materialpaarung ziemlich unglücklich einen Schwenkbolzen aus Stahl in ein Gussgehäuse zu schrauben und wenn das Gewinde auch noch dynamischen Belastungen ausgesetzt ist, und wie bei dem Schwenkbolzen auch noch in axialer Richtung  zusätzlich auf recht starken statischen Druck beansprucht wird und nur durch ein unwirksames Sicherungsblech gesichert wird ist der Bruch bzw. das ausreißen des Gewindes im Achsschenkelgehäuse vorprogrammiert.

Die von Maico IHC 554 beschriebene Reparaturlösung gibt es nicht nur von Fendt, einige IH Händler bieten auch Achsschenkelgehäuse an bei den das obere Gewinde durch ein größeres ersetzt worden ist und ein „Übermaßschwenkbolzen“ dabei ist.Ich habe diese Gehäuse gesehen und die kosten so etwa um die 500€ + MwST. Damit hat man aber den gleichen [BAD] wieder und es ist nur eine Frage der Zeit bis der nächste Schaden auftritt. Ich halte die Lösung nicht für gut.

 

Ich habe eine andere Lösung, die nach meiner Ansicht bessere, angewendet.

Das obere ausgerissene Gewindeloch habe ich auffräsen lassen, dann habe ich mir eine Gewindebuchse mit 3/100 Übermaß anfertigen lassen.Das Gehäuse habe ich dann in einem Laborofen auf 180 Grad erwärmt, die Gewindebuche bieb bei Raumtemperatur.Die Buchse habe ich dann mit Loctite 620 benetzt und in das erwärmte Gehäuse eingesetzt bzw eingeklebt.Wir haben diese Verbindung (Schrumpfklebung) nachgerechnet und sind auf eine dynamisch mögliche Last von 6.000 kg und eine statisch mögliche Last von 12.000 kg gekommen.Das Gewinde hat dadurch eine Materialpaarung Stahl/Stahl und ist deutlich widerstandsfähiger.Bei der Montage habe ich die Schwenkbolzen in das neue Gewinde mit Loctite 222 „niedrigfest“ eingeklebt, hier eine mittelfeste Schraubensicherung zu verwenden macht keinen Sinn da sich durch die große Fläche des Feingewindes bei der Verwendung einer niedrigfesten Schraubensicherung eine mehr als ausreichende Sicherheit gegen losdrehen des Schwenkbolzens ergibt. Und die Möglichkeit des Nachstellens der Schwenkbolzen soll ja auch weiter gegeben sein. Das obere unwirksame Sicherungsblech habe ich weggelassen da durch das Auffräsen des Gehäuses die M6 Bohrungen für diese durch den Bund der Gewindebuche „verdeckt“ sind

So repariert sollten ausgerissene Gewinde endgültig der Vergangenheit angehören.

 

Anbei zwei Bilder:

 

Von oben:

 

DSC_0001.jpg


 

Von unten:

 

DSC_0003.jpg


 

Viele Grüße

 

 
 
Hi Ralf .

Das sieht ja echt super aus und Hört sich auch plausiebel an,aber mal ehrlich was hat denn der ganze Spass jetzt gekostet ? ? ?

Wäre sehr Interresant !

Ich hätte nähmlich auch noch so einen Achschenkel an dem man das so machen könnte ! So hätte ich einen in Reserve !

Könnte den dir zuschicken denn ich habe diese möglichkeiten nicht !

MfG Jürgen
 
Nabend zusammen,

also ich habe das Problem wie gesagt schon bei beiden 844 gehabt, bei dem einen war schonmal

am Gewinde rumgefummelt worden, Aufbohren war deshalb unmöglich und ich habe bei Martin Hartl

einen nagelneuen und dem Original zu 100% gleichenden Achsschenkel Nachbau für 800€ bestellt.

Die Bolzen waren dabei. Beim anderen 844 war ein Aufbohren möglich, es war wohl das erste Mal, dass

das Gewinde bei dieser Achse hinüber war, also war noch genug Material bis zu den Bohrungen für die

Kotflügelbefestigung vorhanden. Bin dann zu meinem Zerspaner des Vertrauens, der hat mir ein neues

Feingewinde reingefräst und einen dazu passenden Bolzen gedreht für 90€ insgesamt.

Das war im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten echt günstig und einfach und hält bis heute.

Gruß Sebastian
 
Danke für eure Tipps, ich werde  wohl die Lösung von Ralf G. ins Auge fassen.

Ich hatte zwar auch schon mit dem Gedanken gespielt, hatte aber Flüssigstickstoff usw. im Kopf.

Musstest Du die Buchse noch einpressen oder reichte das Erwärmen auf 180° schon aus ?.

Hast Du zufällig das Maß noch im Kopf, auf das Du das Loch auffräsen lassen hast ?.

 

Gruß Michael
 
Das Maß habe ich nicht mehr im Kopf, dass ergibt sich aber auch. Du solltest das Loch soweit auffräsen das zum den Gewinden der Kotflügelhalterungen/Lenkspurhebel genug „Fleisch“ bleibt und das die Buchse eine vernünftige Wandstärke hat.

Die Buchsen brauchen bei 180 Grad nicht eingepresst werden ein leichter „Klapps“ mit dem Gummihammer hat bei mir gereicht.

Wichtig ist das Du an die Buchsen unten ein Fase machst und das Du die mit Loctite 620 benetzten Buchsen schnell in das 180 Grad warme Gehäuse setzt, und das Du die Buchsen mit einem Übermaß von 3/100 machst.
 
Das hört sich gut an, brauche nur oben eine Buchse, unten ist alles OK.

Spannend wird nur nochmal, das obere Lager in der Achse wieder fest zu bekommen, da ist der Lagersitz so ausgearbeitet,

das man das Lager da so reinlegen kann.

Hoffe mal, das Körnerschläge rundherum und einkleben reicht.
 
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