Zylinderkopfdichtung D432

Traecker25

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24 Januar 2023
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66822 Lebach
Hallo liebes Forum,

ich lese schon länger hier im Forum mit und habe jetzt ein paar Fragen, zu denen ich noch nicht richtig fündig geworden bin

ich bin seit Sommer letzten Jahres Besitzer eines D432. Vom Vorbesitzer weiß ich, dass dieser die ZKD gemacht hat. Der Traktor lief auch, jedoch hab ich nach den ersten Fahrten gemerkt, dass er Druck auf dem Kühler hat. Genaugenommen, stieg der Kühlwasserstand beim Laufen (nachdem er warm war) und drückte so immerwieder auch Wasser durch das Ablassrohr (welches seitlich am Kühler heruntergeht). Der Wasserstand regulierte sich somit auf einem Pegel ein (durch das rausdrücken). Im ausgeschalteten Zustand war der Wasserstand dann allerdings so niedrig, dass man beim öffnen des Deckels kein Wasser mehr über den Lamellen sehen konnte. Also viel niedriger, als die im Handbuch beschriebene Füllhöhe. Nachgefülltes Wasser kam im Laufe der nächsten Fahrt natürlich wieder über das Ablassrohr heraus und somit hab ich mich auf die Suche nach dem Problem gemacht. Dabei hab ich auch hier im Forum einige Beträge nachgelesen.

Über Winter hab ich die Bremsen gereinigt und neu eingestellt, weil die zum verhaken neigte. Weil ich dann gerade dabei war, hab ich die Haube runter genommen und an den hinteren beiden Zylindern (3 und 4) die Kompression gemessen. An den vorderen beiden komme ich wegen der Einspritzpumpe nicht wirklich ran. Mit gebrochenen Fingern, vielleicht gerade noch so an die erste Bohrung der Glühkerze, aber die zweite sitzt genau hinter der Pumpe und der Adapter für mein Manometer ist trotz Winkel zu lang. Die gemessenen Werte lagen bei ca. 15bar. Wenn ich das hier im Forum richtig recherchiert habe ist das sehr schlecht und müsste mindestens 18 bis 20bar betragen.

Ich habe mich also kurzerhand dazu entschlossen, den Kopf runter zu nehmen. Dabei hab ich festgestellt, dass der Vorbesitzer die Kopfdichtung auch mit "ordentlich" Dichtungskleber verbaut hat. Soviel, dass dieser auch teilweise die Kanäle verschlossen hat. Ich schätze, dass diese ZKD nur 20 Stunden gelaufen ist und diese Maßnahme zeit und Geldverschwendung war, da sie eher nicht sonderlich fachmännisch durchgeführt wurde.

Ich habe vor dem reinigen folgende Bilder gemacht. Vielleicht erkennen die Profis die Zylinder, die nicht mehr richtig dicht waren.

Ich würde mir berufsbedingt zwar ein gewisses technisches Verständnis unterstellen, jedoch bin ich motorentechnisch eher ein Laie. (Ich komme aus dem Maschinenbau)

Ich würde mal tippen, dass der Zweite und der Vierte schlecht waren und der Dritte auch nicht so gesund. Der Erste sieht für mein Verständnis eigentlich ganz ok aus.

Vierter:

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Dritter:

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Zweiter:

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Erster:

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Ich habe nach der Demontage Kopf und Block gereinigt und alle Dichtungsrückstände entfernt. Mit Schleifvlies und WD40 gereinigt und fürs erste konserviert.

Um den Zustand zu beurteilen habe ich dann mit Haarlineal und Fühlerlehre mal versucht den Buchsenüberstand zu ermitteln (wenigstens fürs erste grob), da mir dieser sehr wenig vorkam. Beim ersten Zylinder kann ich auf der linken Seite (Einspritzpumpe) etwas mehr als 0,05mm ermitteln, auf der rechten Seite (Auslasskrümmer) knapp 0,05mm. Beim zweiten Kolben nimmt das dann schon ab. Hier gehen die 0,05mm nur noch links gerade so darzwischen. Beim dritten und vierten Kolben geht das eher gegen 0mm. Generell ist links etwas mehr Überstand als rechts.

Den Kopf mit dem Haarlineal längs und quer abgefahren ergibt folgendes:

Auf die Länge hin scheint er etwas "wellig zu sein. An der ein oder anderen Stelle bekomme ich die 0,05 bzw. an einer auch die 0,1er Fühlerlehre darzwischen. Auf die Breite gesehen, ist er etwas rund. Schätzungsweise im Bereich von 0,2mm.

Das war jetzt fürs Erste viel Text. Ich hoffe, dass ich hiermit keinen langweile. Mein Plan wäre jetzt jemanden zu finden, der mir den Kopf planen kann und dann würde ich mir noch gerne die Kolben und Büchsen, sowie die Lager der Pleuel anschauen. Für das Spiel zwischen Kolben und Büchse sieht das Werkstatthandbuch ja 0,3mm als Höchstspiel vor. Die Verschleißgrenze der Kolbenringe lässt sich ebenfalls durch ein Lehrmaß bestimmen. Für die Lager der Pleuel gibt es ja ebenfalls Grenzmaße.

Aus dem Ganzen Thema ergeben sich für mich folgende Fragen:

- Wie gehe ich mit dem Büchsenüberstand um, bzw. wie bekomme ich den wieder auf die 0,08 bis 0,18mm? Kann ich das mit Distanzringen unter (neuen) Büchsen ausgleichen?

- Wie gehe ich nach dem Planfräsen des Kopfes mit der ZKD um? Ist hier etwas zu beachten, weil die Kopf jetzt dünner ist? Muss die Maßdifferenz durch eine dickere Dichtung ausgeglichen werden?
Für mein Verständnis ändert sich ja eigentlich nicht viel durch das Planen. Die jetzt dichter liegenden Kipphebel müssen eh neu eingestellt werden. Die Ventile sitzen bei mir ca. 1,4mm tiefer als die Planfläche (nur ein Ventil, die anderen im Bereich von 1,2mm) Hier gibt es laut Werkstatthandbuch ein Grenzmaß von 1,5mm. Das sollte ja noch ok sein oder wird das schon grenzwertig?

Ich hoffe, dass das nicht zu viel Text für den Einstand war :-)
 
Hallo Mike,

danke für den Hinweis. Ich habe das jetzt mal nachgeholt.

Über eine private Nachricht hat mich auch schon die Info erreicht, dass es dort wohl auch schon ähnliche Erfahrungen mit ein D320 gibt. Der geringe Buchsenüberstand kam hierbei von Korrosion des Motorblocks. Die Auflageflächen für die Buchsen sind also weggegammelt und das so stark, dass der Block nicht mehr zu gebrauchen war.

Ich werde jetzt mal die Buchsen ziehen und mir das Ganze anschauen.

Parallel dazu auch mal von einem Profi den Kopf begutachten lassen ob der nicht auch noch Risse oder andere Probleme hat.

Gibt es hier noch weitere Erfahrungen mit dem Thema "zu geringer Buchsenüberstand"?

Gibt es vielleicht doch noch irgendwie Hoffnung, nicht direkt einen neuen Motorblock organisieren zu müssen?

Gruß

Andreas
 
Gibt es vielleicht doch noch irgendwie Hoffnung, nicht direkt einen neuen Motorblock organisieren zu müssen?
Es gibt Buchsen die haben einen höheren Rand, müssen dann halt entsprechend gedreht werden, andernfals kann auch der Block geplant werden somit kommen die Buchsen dann höher.

Kann dir dir Firma Michaelis empfehlen die können die auch nach arbeiten, besorg dir mal eine Messuhr dann kannst du das mal genau messen.
 
Hallo Andreas, eine gute Beschreibung die Du gemacht hast. Es tun sich 2 Baustellen bzw3 auf.Erstens Büchsenüberstand, Zweitens Plan vom Zylinderkopf Drittens Kavitation der Laufbuchsen.Diese kannst Du per Gummiplatte und Stahlplatte überprüfen .Motorblock nach oben verschließen Wasser drauf und von unten Büchsen auf Undichtigkeit prüfen, oder Motor zum Instandsetzer bringen,das wäre mein Tipp für Dich.LG vom Paylodoc.PS Büchsensitze können ausgefräßt und mit Feuerringen entsprechend auf Maß gebracht werden.Ich lese gerade das Du die Büchsen schon gezogen hast,ausmessen und auf Kavitationsschäden (Lochfraß außen im Wasser und Dichtbereich der O_Ringe prüfen.
 
Hallo zusammen,

danke nochmal Mike und Paylodoc für eure Antworten. Ich komme leider nur am Wochenende richtig zum Schrauben, deshalb hat auch die Antwort etwas länger gedauert. Ich habe jetzt die Kolben, Büchsen und alles was dazu gehört draußen und man angefangen eine Bestandsaufnahme zu machen. Ich sehe momentan das Hauptproblem bei den abgesackten Büchsen, da hier wahrscheinlich etwas am Block nachgearbeitet werden müsste und das eher aufwändig wird. Deshalb habe ich die oberen Büchsensitze mal gereinigt und  Bilder davon gemacht. Ich habe leider keinen Vergleich um abzuschätzen, ob der Materialabtrag schon zu hoch ist um evtl. mit Distanzringen die Büchse höher zu setzten oder mit Büchsen mit höherem Bund zu arbeiten. Beides setzt ja voraus, dass ich die Büchsen im Block oben dicht bekomme.

Ich weiß natürlich auch, dass die ganz saubere Variante ein nachfräsen wäre. Aber vielleicht hat hier jemand Erfahrung damit und es auch ohne das geschafft bzw. auch nicht und kann davon abraten.

Vierter:

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Dritter:

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Zweiter

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Erster:

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Mein weiterer Plan wäre jetzt das weitere zerlegen, da ich den Motor abnehmen will um den zusammen mit dem Kopf einem Motorinstandsetzer zu zeigen. Hierzu muss ich ja den Schlepper Teilen.

Eine Frage noch am Rande. Ich hatte bei den Pleuelschrauben eigendlich Drahtsicherungen erwartet. So steht es auch im Werkstatthandbuch. Hier waren haber keine verbaut und auch keine gelochten Schrauben die man hätte sichern können. Ist das so korrekt?

Gruß

Traecker25
 
Ich würde einfach mal neue Buchsen einsetzen und den überstand messen. Bei meinem D324 hats damals wieder gepasst. Die Kopfdichtung kannst du dann ruhig "nass" also mit Dichtmasse zum Block hin einbauen. Wichtig ist auch die Nut in der der O-Ringe unten im Block sitzen.

Gruß Philipp

www.kaninchen.cc
 
An meinem d320 sind die pleuelschrauben auch noch mit Draht gesichert.

dies wurde meines Wissens aber abgeschafft. Anziehen mit Drehmoment scheint auszureichen.

du hast ja sicher ein werkstatthandbuch dort müsste das entsprechende Drehmoment angegeben sein

        Gruß Harry 
 
Paylodoc:

Hallo Andreas, geh zu einem ehemalien IHC oder einem Case Händler und leihe Dir einen Sitzfräser wenn vorhanden.LG vom Paylodoc
Hallo Paylodoc,

ich bin gerade dabei den Schlepper zu teilen und wenn ich dann denn Motor transportieren kann werde ich mal ein paar Landmaschinenwerkstätte bzw. Motorinstandsetzer um ihre Meinung bitten. Ich denke aber, dass so ein Sitzfräser für solch eine Flachsenkung eher speziell ist, da dieser ja genau den richtigen Durchmesser haben muss und es davon ja viele verschiedene gibt. Ich kenne solche Fräser für keglige Senkungen als "Ventilsitzfräser" und diese sind ja schon sehr teuer. Aber ich werde mal mein Glück versuchen. Zur Not müsste eben ein Motorinstandsetzer den ganzen Block auf eine Fräsmaschine nehmen.

Gruß

Traecker25
 
Philipp123:

Ich würde einfach mal neue Buchsen einsetzen und den überstand messen. Bei meinem D324 hats damals wieder gepasst. Die Kopfdichtung kannst du dann ruhig "nass" also mit Dichtmasse zum Block hin einbauen. Wichtig ist auch die Nut in der der O-Ringe unten im Block sitzen.

Gruß Philipp

www.kaninchen.cc
Hallo Philipp123,

da ich sowieso neue Buchsen besorgen wollte kann ich das versuchen aber ich denke das ist aussichtslos. Ich kenne ja die Höhe des Bundes und die Tiefe der Tasche kann ich messen und da kommt eher etwas negatives oder maximal Null heraus als ein Überstand von ein einer zwei zehntel.

Gruß

Traecker25
 
Harry 3:

An meinem d320 sind die pleuelschrauben auch noch mit Draht gesichert.

dies wurde meines Wissens aber abgeschafft. Anziehen mit Drehmoment scheint auszureichen.

du hast ja sicher ein werkstatthandbuch dort müsste das entsprechende Drehmoment angegeben sein

        Gruß Harry 
Hallo Harry,

ich habe ein Werkstatthandbuch, allerdings eigentlich vom D430. Dort werden die Drähte noch verbaut. Bisher hat das auch für den D432 seinen Dienst getan. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es für den D432 überhaupt ein eigenes Handbuch gibt.

Gruß

Traecker25
 
Ich habe auch nur das Whb für die alte d Reihe.diese wurde 1962 63 ertüchtigt.

trakometer ,regelhydraulik und einiges mehr.ob es dafür ein anderes Whb gibt ist mir nicht bekannt.

du kannst ja mal im Forum anfragen. das weis bestimmt jemand

        Gruß Harry 
 
Ich habe auch nur das Whb für die alte d Reihe.diese wurde 1962 63 ertüchtigt.

trakometer ,regelhydraulik und einiges mehr.ob es dafür ein anderes Whb gibt ist mir nicht bekannt.

du kannst ja mal im Forum anfragen. das weis bestimmt jemand

        Gruß Harry 
 
Bis jetzt hat das Handbuch immer seinen Zweck erfüllt. Ich habe jetzt mal bei den bekannten Ersatzteilshops geschaut. Dort haben die Pleuelschrauben für den D432 auch keine Bohrungen für die Drahtsicherung. Ich denke also, dass das für den D432 so korrekt ist und die Modelle davor noch gesichert wurden.
 
Guten Morgen Andreas,

Wie steht es eigentlich um mögliche Risse im Motorblock? Speziell im Bereich der Stehbolzen? Nicht dass du dir viel Arbeit mit dem Motor machst und hier ggf. irreparabele Risse vorhanden sind.

Gruß

Frederik
 
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