423 S Drehzahlabhängiges Motorstolpern

Sportsfreund73

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23 Januar 2015
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Hallo zusammen.

Ich habe an einem, wie es scheint, unlösbaren Problem zu knabbern.

Ich hoffe, dass mir irgendjemand, der vielleicht das elbe Problem zu lösen hatte, helfen kann.

Es handelt sich um ein für mich besonderes Erbstück, einen 423 S Bj.71 mit einer nun schon sehr interessanten Motor-Geschichte.

Den Motor (D155) mußte man nach längerer Ruhezeit wieder das Laufen lehren und das ging sogar soweit, als dass der Motor mit neuen Lagern, Buchsen, Kolben, Simmerringen, sämtliche Dichtungen, Filtern, in diesem Zuge sogar auch das Ausrücklager, etc. aufgebaut wurde. Der Zylinderkopf ist unberührt geblieben. Dort sind lediglich die Ventilschaftabdichtungen gegen Neue ersetzt worden, sowie das Ventielspiel ist justiert worden. Der Motor lief zwar auch mit den alten Teilen, jedoch kam aus der Kurbelraumentlüftung ebensoviel mit Öl versetzte Abgase, wie auch aus dem Auspuff heraus.

Nun zum eigentlichen Problem:   Zwischen der Standgas und der Viertelgas-Stellung (Drehzahl) fängt der Motor an zu stolpern. Das schaukelt sich über zwei bis 10 Sekunden auf und bleibt dann auch so. Man kann das sogar spüren und man meint ein, oder zwei Zylinder bekommen zur falschen Zeit etwas auf den Kopf. Komisch ist hierbei, dass es nur in diesem Drehzahlbereich der Fall ist. Im Standgas, wie auch ab viertel Gas läuft der Motor stimmig. Er hat Kraft und raucht gar nicht bis wenig. Auch die Leistung paßt. Fährt man mit dem Schlepper im knappen viertel-Gasbereich, dann macht das keinen Spaß, weil eben der Motor anfängt zu stolpern.

Habe nun auch alle drei Einspritzdüsen getauscht. Habe mir neue vom Freundlichen geholt, diese auf exakt auf 220bar abgedrückt und eingebaut. Effekt ist, dass das Stolpern, wie im Urzustand vorhanden, nun aber deutlicher zu spüren ist. (Ist es vielleicht besser die Düsen nicht nach Herstellerangabe auf 220bar einzustellen, sondern eher auf z.B. 180bar, weil eben die VEPumpe nicht mehr die jüngste ist?)

Kann das Drehzahlabhängige Stolpern des Motors vielleicht noch an der VEPumpe liegen? Beispielsweise zu sehr auf Früh, oder auf Spät eingestellt? Die VEPumpe wurde beim Neuaufbau des Motors nicht berührt! Diese wurde nicht gelöst!

Ich bin gerade der Verzweiflung nahe. Hoffe, dass mir bei diesem Problem jemand helfen, bzw. unterstützen kann.                                             

Viele Grüße

Thomas                                                                  
 
Du solltest auf jeden Fall kontrollieren, ob der Betrieb-Start-Stopp Hebel an der Einspritzpumpe in der jeweils richtigen Position ist. Gruß "Linksdreher".
 
Hallo

Nicht verzweifeln es gibt immer eine Lösung. Düsendruck auf keinen Fall herabsetzen. Das liegt an der Pumpe und kann mehrer Ursachen haben die innerlich liegen und so wie der Motor war so hat die Pumpe ja auch Verschleiß teilweise auch vom langen stehen und dadurch Korrosion in der Pumpe.

Hier gibst nur eins ausbauen und zu einem vernünftigen Boschdienst der sich mit den Pumpen auskennt ich denke die muss nur zerlegt werden und von Ablagerungen befreit werden. nun geht aber nicht bei und zerlegt die selbst das wird nichts und wenn du auch einen guten Schlosser hast es wird trotzdem nichts. Der Einbau sollte auch von einem Fachmann gemacht werden.

Mfg

Alwin
 
Hallo Alwin

Vielen Dank für die Antwort.

Wenn es vielleicht Ablagerungen sein können, würde dann evt. erst einmal Desolite helfen können.

Soll eine reinigende Wirkung auf den Krafstofftrackt besitzen und wurde vom Freundlichen als erste Maßnahme empfohlen. ...

Das Aufbereiten der Pumpe kann sehr teuer werden und das ist derzeit nicht drin, da der Hausseegen schon wegen meinem neuen Groschengrab angeknackst ist....

Man(n) kennt das ja....

Selbst an der EP herumwerkeln werde ich sicher nicht. Dazu fehlt mir einfach das Fachwissen. Leider...

Werde nur dem Tipp von LINKSDREHER nachgehen und die Einstellung der Betrieb-Start-Stopp-Stellung prüfen.

Viele Grüße und eine gute Nacht

 Thomas

 
 
Hallo

Gibt es eine bestimmte Vorgehensweise, wie man die richtige Betrieb-Start-Stop-Stellung an der Verteilereinspritzpumpe einstellen kann?

(Ich will ja nichts kaputt machen..)

Schönen Gruß

Thomas
 
Hallo

 

Habe nach dem Hinweis von Linksdreher nun die Position des Betrieb-Start-Stop-Hebels getestet.

 

Der Motor ließ sich trotz der Kälte (-5Grad) gut starten. Nach ca. 30Sek. lief er auch schon schön rund im Standgasbetrieb.

Habe ihn noch ein wenig warmlaufen lassen und dann den, ich nenne ihn mal Stophebel langsam  direkt an der VE_Pumpe von Hand betätigt. Die Drehzahl ging dann erst einmal noch weiter runter, bis dann die Drehzahl wieder rapide anstieg und nach nem weitern Stück Stophebel verstellen der Motor dann ausging. So ist es ja auch richtig.

Habe dann den Stop-Hebel an verschiedenen Punkten unter anderen an der Stelle, an der die Drehzahl am niedrigsten war, festgehalten und dann durch den Gashebel die Drehzahl etwas angehoben. Bei jeder Stellung des Stophebels und gegenwirken mit dem Gashebel trat das Stolpern immer konstant bei einer Drehzahl von ca. 700 bis 750U/min, also an der gewohnten Stelle wieder auf.

 

Mir kommt es so vor, als wenn die VE_Pumpe ordnungsgemäß funktioniert und es nur noch mit dem Förderbeginn zu tun haben kann.

 

(Habe die VE-Pumpe mit Liqui Moly Diesel Systemreiniger gespühlt. Jedoch ist danach auch keine Veränderung eingetreten) Kompressionsprüfung ist absolut bei allen drei Zylindern bei 24bar gleich und stimmig. Ventil- bzw. Kipphebelspiel ist nach Vorgabe aus WHBuch 100%ig.

 

Kann ein solches Phänomen, dieses Stolpern (unruhiger Lauf) in nur diesem kleinen Drehzahlfenster von der Förderbeginn-Einstellung der VE_Pumpe abhängen?

 

Kann ich außerdem noch etwas tun? ........Bevor aus lauter Verzweifelung die VE-Pumpe abgebaut werden muß, um sie zum Boschdienst zu geben.....

 

Viele Grüße

Thomas
 
Hallo

Es gibt für dieses Problem nur eines, ausbauen und zum Boschdienst. Du schreibst VE Pumpe dann hat der Schlepper schon mal eine ander Pumpe bekommen. VE Pumpen gabs bei IHC 3-Zylinder erst ab etwas 1987 davor hatten die 3-Zylinder VA, CR oder BR Pumpen von Bosch. Hast du ein Bild von der Pumpe?

MfG

Alwin
 
Hallo zusammen.

Ich meine tatsächlich mit VE-Pumpe "Verteiler Einspritzpumpe".

Ich muß zugeben, dass ich von Einspritzpumpen und deren Typenbezeichnungen keine großartigen Kenntnisse habe.

Ich habe ein Foto von der Pumpe gemacht und lade es gleich mal hoch.

Ich habe ein Video aufgenommen, in dem das Phänomen gut zu hören ist.

Das versuche ich auch hier hochzuladen. Mal sehen, ob das klappt.

Danke erst einmal für Eure Mühe!

Gruß

Thomas
 
Hallo

Habe mir gerade die Bilder angeschaut das ist eine VA Pumpe in BR Ausführung, BR Pumpen haben hinten schräge Anschlüsse danach kammen VA-CR Pumpe die hatten hinten

gerade Anschlüsse.

MfG

Alwin
 
Hallo Alwin

Ist dieser Einspritzpumpentyp denn besonders anfällig, oder eher nicht?

Gibt es da Erfahrungswerte?

Würde ja wirklich gern mein kleines Video einstellen, in dem das Motorstolpern sehr gut zu hören ist.

Doch leider gelingt es mir nicht das Viedeo hier hochzuladen.

Das ist schade.

VG

Thomas
 
Hallo Thomas,

ein Video wäre natürlich gut. Leider weiß ich auch nicht wie man es hier her bringt.

Aber sicher kann Dir jemand aus dem Forum sagen wie es geht.

Dein Problem interessiert mich und sicher auch andere user sehr.

Also Leute, sagt dem Thomas doch bitte wie er es mit dem Video machen soll. Danke Euch.

Grüße Wilfried
 
Hallo

Hahaaa. Mir ist es gelungen das Video auf Dropbox zu platzieren und nun den Link dazu hier einzustellen.

In dem Video ist zu hören, wie ich wärend des Motorlaufes händisch an der Einspritzpumpe die Drehzahl regel.

Man kann gut hören, in welchen Bereich der Motor so seine Probleme hat.

Vielleicht hilft das, um das Problem besser zu beschreiben.

Hier das Video:

https://www.dropbox.com/s/hutzrx80sesxs06/Motorstolpern.mp4?dl=0

und hier noch ein Bild:

https://www.dropbox.com/s/fkzvifksbmvf91f/20150120_220211.jpg?dl=0

Vielen Dank für Eure Zeit.

Gruß

Thomas
 
Ein freundliches Hallo in die Runde,

ich kenne mich mit Euren Roten nicht sonderlich aus. Aber:

Hat die Pumpe/der Pumpenantrieb einen Fliehkraftversteller ??

Hört sich für mich nach müden Federn oder zuviel Spiel der Fliehgewichte an. Könnte das sein?

Beste Grüße aus dem MF Forum

(ich lese immer gerne bei euch mit :-) )

+Matthes+
 
Hallo

Nein die Pumpe hat keinen mechanischen Fliegkraftversteller sondern wird hydraulisch durch den Pumpeninnendruck geregelt und in dem Bereich muß irgendwo etwas nicht stimmen das kann man aber nur auf einen Prüfstand feststellen.

MfG

Alwin
 
Hallo Thomas

Meiner hört sich genauso an. Vielleicht nicht gar so arg, aber auch im genannten Drehzahlbereich. Bei schön warmem Motor etwas weniger, als kalt.

Und zwar, seit er neue Düsen bekommen hat. Düsen also nochmals geprüft: alles in Ordnung.

Dann neue Pumpe rein (hatte noch eine auf Lager). Resultat: unverändert

Motorrevision (neue Kolben/Büchsen etc.) Resultat: unverändert

Somit bin ich genauso wie du komplett ratlos. Ich vermeide halt die kritische Drehzahl so gut es geht.

Das hilft Dir jetzt nicht viel, aber du bist wenigstens nicht alleine...

Gruss, Marcel
 
Danke Alwin, wieder was gelernt :-) ,

aber an irgendeiner Stelle muss doch, mechanische, pneumatische oder hydraulische Verstellung  hin oder her, der Fördebeginn /Einspritzzeitpunkt

MECHANISCH  Richtung "früh" verstellt/umgesetzt werden, oder nicht? Wir haben hier doch gottlob noch keine elektronische Einspritzungsteuerung.

Wie auch Marcel schreibt, es ist genau der Übergang Leerlauf/Drehzahlerhöhung, wo es holpert. Macht mein Perkins 4.236 im MF mit neuer EP auch genau an dieser Stelle

und erst seit der neuen Pumpe.

Für Marcel vielleicht von Interesse:

Habe in meinem Berufsleben auch viel mit anderen Fabrikaten von Dieselmotoren zu tun gehabt. Die Aussage der Herstellers zu genau diesem Thema unrunder Lauf/Sägen,

auch bei Neumaschinen: "Unterhalb von 500 Betriebsstunden kein Grund zur Reklamation, das muß sich erst richtig einlaufen". War auch meistens so.

Das bring zwar Thomas nicht wirklich weiter, aber schaun wir mal.

Gruß +Matthes+
 
Hallo zusammen.

Ich denke, dass ich zunächst versuchen muss, diesen empfindlichen Drehzahlbereich zu meiden.

Hauptsache ich mache den Motor damit nicht kaputt. Dann wäre die ganze Arbeit und die Investition in die neuen Teile vergebens gewesen. 

Den Förderbeginn werde ich noch ermitteln und ihn dann bekanntgeben. Laut Handbuch sollen es ja 10 v0T sein. Mal sehen, ob ich das abgelesen bekomme.

Bis dahin erstmal. 

Dankeschön

Gruß Thomas
 
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