Hallo Leute,
also zum Thema Rapsöl, ich fahre beruflich einen LKW, Mercedes Benz Actros MP II 2541, mit einem 12 Liter V6 Motor und 410 PS, Baujahr 4/2004.
Das Fahrzeug ist mit einer Elsbeth Rapsanlage ausgerüstet. Der Umbau erfolgte bei 180000 Kilometern, das war im Juli letzten Jahres, in unserer Firmenwerkstatt. Da ich immer wissen will, was mit meinem Laster geschieht, wenn die Mechaniker dran arbeiten, hab ich mir angewöhnt, mich immer in den Blaumann zu schmeissen und mitzuarbeiten, auch wenn ich mal ein Wochenende dafür opfern muss.
Mittlerweile habe ich mit dem Stern knapp 120000 Kilometer ohne Probleme zurückgelegt. Leistungsmässig kann ich nichts negatives sagen, er zieht wie eh und je, der Verbrauch ist etwas zurückgegangen, da Rapsöl im gegensatz zu Diesel Sauerstoff enthält, was die Verbrennung nochmals fördert. Die Geruchsbelastung ist relativ gering, und mir fällt sie eigentlich gar nicht mhr auf,Sehr wichtig ist, das du wachsam bist, dein Auto genau kennst, um reagieren zu können, wenn etwas nicht stimmt. Es muss z.B. ca alle 10000 Kilometer der Rapsfilter gewechselt werden, denn wenn dieser verstopft, (das geht dann innerhalb von Stunden), dann saugt er stattdessen das teure Diesel. Dann musst du halt am nächsten Parkplatz raus, Führerhaus hoch, Filter wechseln, und 15 Minuten später bin ich wieder auf Reiseflughöhe.
Desweiteren muss der Ölwechsel von 100000km auf 25000km reduziert werden, und genauestens eigehalten werden, da das Motorenöl, wenn man überzieht, dann innerhalb kurzer Zeit umkippt, und ein Motorschaden die Folge wäre, und so ein Motor kostet halt seine 25000€.
Ausserdem werden regelmässig Ölproben gezogen, und an eine Firma in Wolfratshausen geschickt, die dann spezielle Ölzusätze liefert, um die Ölwechselinterwalle irgendwann wieder strecken zu können. Desweitere habe ich mir ein Buch angelegt, bei dem über alle vorkommnisse, (Ölwechsel, Filterwechsel, wann und wieviel Diesel getankt wurde, besondere vorkommnisse und alles andere), genauestens Buch geführt wird, um alles in der Werkstatt, bei der regelmässigen Durchsicht mit den Mechanikern besprechen, und evtl. beseitigen, oder verbessern zu können.
Zum Umbau: Das Fahrzeug erhielt als erstes einen Kühlwasserwärmetauscher, zusätzliche Filter für Diesel und Rapsöl, einen Kühlwasserwärmefühler, Druckschalter, einige Relais für die Bordelektronik und eine Menge Kabel. Einen 2. Tank hatte er als Neufahrzeug bereits drauf, da ich vorher zum Tanken nach Österreich gefahren bin, und meine 1000l geholt hab.
Gestartet wird mit Diesel, und wenn das Kühlwasser bei 60 Grad ist, schaltet die Anlage, welche ich vorher aktiviert habe, auf Rapsöl um, wenn ich die Handbremse einlege, schaltet die Anlage über einen Druckschalter sofort auf Diesel um, wegen Leerlauf. Zur Rapsölförderung ist eine elektrische Zahnradpumpe eingebaut, um eine sichere förderung zu gewährleisten. Weiterhin wurde die serienmässige Dieselpumpe durch eine elektrische ersetzt, welche den Dieselkraftstoff in einem Kreislauf zirkulieren lässt, um die Einspritzanlage, (EDC), die durch das Rapsöl ja stärker belastet wird zu kühlen. Ich bin mit dem Fahrzeug den ganzen Winter durchgefahren, ohne jegliche Probleme,ich fahre nur Nachts, und wir hatten teilweise Temperaturen bis zu -27 Grad, dazu kommt noch der Fahrtwind, der das ganze noch um einiges abkühlt.
Was man nicht vergessen darf, ist es die Anlage so etwa 10 - 15 km bevor man das Fahrzeug abstellt, die Anlage auf Diesel umzustellen, (kleiner Schalter am Armaturenbrett, dient auch zum aktivieren), damit die Leitungen gespült werden, vergisst man das, und das ganze kühlt ab, hat man ein Problem, denn alle Leitungen und Filter müssen raus und gereinigt, oder ersetzt werden, da das Fahrzeug nicht mehr anspringt, von den Ausfallzeiten des Fahrzeugs, und den damit verbundenen Folgekosten ganz zu schweigen.
Ihr seht also, das das Thema Rapsöl Fahren gar nicht so einfach ist, und ich es mir gut überlegen würde würde in meine Schlepper Rapsöl zu kippen, denn ob die ersparnis am Anfang, die eventuellen Schäden nachher wert sind!
Deshalb schöne Dieselgrüsse
Schorsch