Motor DT239

IH433

Bekanntes Mitglied
Registr.
21 Januar 2008
Beiträge
72
Ort
Neukirchen
Hallo zusammen!

Ich habe ein Problem am 856XL. Der Schlepper ist Baujahr 1985 (ist ein rot weisser ergo-S) und hat ca. 5400h auf dem Zähler. Er ist soweit gut beisammen, allerdings "klopft" der Motor. Hörte sich an, als ob ein Zylinder nicht richtig arbeitet, evtl. so, als ob eine Einspritzdüse zu früh öffnet. Ich habe gestern also alle Düsen ausgebaut und abgedrückt.

Die von mir verdächtigte hatte 180 bar und ein sauberes Spritzbild. Die anderen drei waren komischerweise alle zwischen 200-210bar mit gutem Spritzbild. Davon wird das Klopfgeräusch nicht kommen. Allerdings frage ich mich, warum die Düsen nicht im Bereich der für den Motor geforderten 240 bar liegen...

Da die Düsen raus waren habe ich noch eben die Kompression gemessen. Zylinder 1-3 zwischen 22-24 bar, dann der Tiefschlag, Zylinder 4: 11bar bei Anlasserdrehzahl.

Bin dann gestern nicht mehr weiter gegangen... Werde am kommenden Wochenende mal den Kopf abnehmen. Ein kurzer Blick in die Zylinder mittels USB Kamera hat erstmal nichts ungewöhnliches ergeben. Unter dem Ventildeckel auch alles ok.

Kein Wasser im Öl, auch nicht andersherum. Diesel im Mötoröl ist auch nicht zu finden. Das "Phänomen" ist von jetzt auf gleich eingetreten. Der Motor wurde nochmal kurz gestartet, sprang auch noch super an.

Könnte es ein, dass sich ein Einlassventil "verzogen" hat? Habe den Eindruck im Ansaugkanal zuviel Abgasgrückstände (leicht grauer Überzug) zu haben.

Hat jemand eine Idee, was da noch auf mich zukommt?

Beste Grüße
 
Hallo

Ich vermute mal das Auslassventil am besten Kopf abbauen und Ventile nachschauen, am Kolbenboden kann man nichts sehen irgendwelche Abdrücke durch Fremdkörper wie Stücke vom Stahlträger Kolben? Vor dem Kopf abbauen Ventilspiel überprüfen ob die zu eng stehen oder zu weit. Die Düsen sollten ca. 240-248 bar haben aber mit der Zeit verschleißen die Düsen und das ist ja auch normal.

MfG

Alwin
 
Hallo Alwin, hallo Paylodoc,

Das Thema mit den Fremdkörpern im Zylinder geht mir auch schon durch den Kopf. Mit der Kamera konnte ich wie gesagt nichts feststellen, ausser ein wenig Verbrennungsrückstände im Kopfbereich.

Am Turbolader lässt sich optisch kein Fehler ausmachen, er dreht ohne Geräusche und ohne fühlbares Spiel. Wird aber auch ausgebaut und nochmal geprüft.

 

Mal dumm gefragt, wenn ein Pleuellager Spiel hat - kann das die Kompression auch derart beeinflussen?

Ich danke Euch schonmal für Eure Einschätzungen, ohne den Kopf runterzunehmen wird sich nichts ergeben. Das brennt mir ja unter den Fingern, leider habe ich vor Ende der Woche keine Zeit nochmal Hand anzulegen.

 

Viele Grüße Daniel
 
Hallo

Das mit dem Pleuellager ist möglich würde auch erklären das das klopfen plötzlich aufgetreten ist. Dieses kann man aber auch feststellen wenn nur der Kopf ab ist. Kurbelwelle durch drehen bis Kolben 1+4 in OT stehen ganz vorsichtig weiter drehen und beobachten ob Kolben 4 etwas später sich absenkt oder ob man diesen in Richtung UT nachdrücken kann.

MfG

Alwin
 
Hallo

Teoretisch schon aber der Turbomotor hat eine größere Pumpe wie normal und vieleicht ist die Anzeige ja auch Kaputt.

Mfg

Alwin
 
Hallo,

vom Motorlauf gibt es leider kein Video.

Stimmt, wenn es von einem Pleuellager käme wäre sicherlich der Öldruck schlecht. Gemessen habe ich diesen nach dem "Schaden" noch nicht. Die Öldruckkontrollampe erlischt aber bereits während des Anspringens (das hatte ich im Blick - geschätzt leicht über Anlasserdrehzahl).

Ich hoffe ja noch auf eine nicht so große Sache. Was mich wundert, ist das plötzliche Auftreten bei original etwas weniger als 5400h. Ölstand war immer ok, Wechsel regelmäßig durchgeführt. Ärgerlich, dass ich diese Woche vor Freitag zu nichts kommen werde. Dann kommt der Zylinderkopf runter um zu sehen was los ist. Ich halte Euch aber auf dem Laufenden, sobald sich Neuigkeiten ergeben.

Viele Grüße

Daniel
 
Hallo Daniel,

du könntest, bevor du den Kopf abbaust, noch einen Druckverlusttest an dem 4. Zylinder mit der geringen Kompression machen. Dafür müsstest du aber einen Adapter haben um mit dem Kompressor durch das Einspritzdüsenloch Druck auf den Zylinder zu geben. Wenn der Kolben dann auf OT steht (beide Ventile geschlossen) und mit Druck beaufschlagt wird, sollte man hören können ob der Druck über Abgas/Ansaugtrakt entweicht oder über die Ölwanne bzw. Kurbelgehäuseentlüftung. Bei ersterem wäre es ein Defekt an den Ventilen, bei der Ölwanne was mit der Abdichtung des Kolbens(ringe).  Aber Vorsicht, wenn der Kolben nicht 100% auf OT steht kann sich der Kolben auch nach unten bewegen.

Aber wenn du dich schon damit abgefunden hast den Kopf zu demontieren, siehst du dann auch auf alle Fälle was los ist. Noch einfacher wäre es wenn du ein paar Spritzer Motoröl in den Zylinder gibtst, alle Einspirtzdüsen wieder montierst und startest. Läuft er dann auf allen Pötten ist mit hoher wahrscheinlichkeit ein Kolbenring gebrochen, er qualmt dann nur tierisch :-)

Gruß Markus
 
Hallo

Man kann nun prüfen und messen bis der Arzt kommt, der Kopf muss sowieso runter und dann kann man den Schaden auch feststellen.

MfG

Alwin
 
Bei meinem dt239 war am letzten Zylinder der obere Kompressionsring gebrochen. Wieso das gerade am letzten Zylinder passiert ist weiß ich nicht aber ich vermute das dort die Wärmeabfuhr am wenigsten ist.

Man hat das auch direkt gesehen, weil er zwei Absätze an der Zylinderwand hat, einmal von ersten und vom zweiten Ring. Normalerweise sind die Ablagerungen nur bis zum 1 kolbenring in Ot zu sehen. 
 
Hallo zusammen,

gestern haben wir den Kopf demontiert.

Die Ventile am 4. Zylinder sind sehr eingelaufen, die Ventilsitze ebenso. An zwei weiteren Zylindern sind sie ebenfalls sichtbar verschlissen. Lediglich an einem ist alles in Ordnung.

Als der Kopf runter war, brachte eine Sichtkontrolle in die Laufbuchsen kene Schäden zu Tage. Habe dann den vierten Zylinder ein wenig über den OT weiter gedreht um drauf zu drücken - siehe da, ein klack und der Kolben rutscht 2mm nach unten.

Nach dem Abbau der Ölwanne und Ausbau des Kolbens hatten wir dann auch Gewissheit. Oberes Pleuellager defekt. Der Kobenbolzen ist natürlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch im Kolben das sich auflösende Lager gearbeitet.(scheinbar ist es auf dem Kolbenbolzen hin und her gewandert) Äusserlich ist er noch gut, die Ringe auch.

Die Pleuellagerschalen auf der Kurbelwelle sehen sehr gut aus, die Kurbelwelle hat auch keine Einlaufspuren, ist Top. An den drei anderen Kolben/Pleuel/Pleuellagern ist alles gut. Das betroffene Pleuel an sich ist zum Glück nach dem Vermessen unbeschädigt. Die Öldurchgangsbohrung ist frei.

Ich frage mich ja wie das kommt?

Da ich den Kolben nicht mehr verwenden möchte, bleibt uns eigentlich nurnoch eine komplette Überholung.... Ärgerlich. Die drei anderen Laufgarnituren sind Top und eigentlich zu schade zum Wechseln.

Viele Grüße

Daniel
 
Hallo

Wenn es was werden soll tausche alle 4 komplett aus da die Kolben und Buchsen ab Werk bei den ersten Baujahren nicht die besten waren und nacher geändert worden sind. Den Kopf überholen je nach Zustand der Ventile und Ventilsitze diese neu abdrehen/fräsen oder erneuern. Die Ventilsitze von Einlass-und Auslassventil sind bei diesem Motor austauschbar wenn es denn sein muß aber das kann der Motoreninstandsetzer beurteilen.

Das Auslassventil ist kein normales Ventil wie beim D-239.

Die vier Messingbuchsen für die Düsensitze müßt ihr auch unbedingt neu machen bei diesem Motortyp

Die Pleuelbuchse muß du auch von einem Motoreninstandsetzer einsetzen lassen, der kann beurteilen ob es im vorhandenen Pleuel noch geht. Die Buchse ist nähmlich zweitteilig/zwei einzelne und muß genau gesetzt werden so das der Ölkanal genauso breit ist wie bei den intakten Pleuel

Unbedingt die Ölpumpe erneuern hier empfehle ich eine oiginale die Nachbauten sind teilweise für die Turbomotoren  nicht gut genug und vor dem Einbau die Länge vom Pumpenkörper mit der alten vergleichen hier gibt es auch wohl mal Verwechselungen.

Kolben und Zylinder kann man auch im Nachbau kaufen aber unbedingt die Brennraummuldentiefe und die Kolbenbolzendickte mit den alten vergleichen was bei den Nachbauten nicht immer selbstverständlich ist obwohl für Motor DT 239/ 856XL drauf steht.

Den kleinen schwarzen O-Ring zwischen Ölansaugsieb und Balancergehäuse der um die Befestigungsschraube sitzt nicht vergessen zu erneuern neben den 3 anderen O-Ringen vom Ölsieb, der kleine wird wohl mal übersehen weil der nicht auffällt.

Bevor der Motor gestartet wird eine Messuhr am Ölkreislauf anschliessen

Viel Spaß beim herrichten und denke dran die Zeit wo du dich an den Kosten ärgerst ist kürzer wie die Zeit wo du dich über einen überholtem Motor freust.

MfG

Alwin
 
Hallo Alwin!

 

Danke für deine Empfehlungen. Ich habe mir jetzt verschiedene Angebote eingeholt, der Kopf und das Pleul liegen beim Instandsetzer, er wird sich melden, sobald es was Neues gibt.

Kurze Frage zu den Buchsen/Kolben, habe mir nur von KS anbieten lassen beim DT239 waren doch immer Kolben mit Ringträger verbaut, oder nicht? Habe auch ein angebot ohne Ringträger vorliegen, bei dem Brennraummuldentiefe/Kolbenbolzenduchmesser passen...

Über den Preis der Pleuelschrauben und Muttern hab ich auch kurz geschluckt!

 
 
Hallo Alwin!

 

Danke für deine Empfehlungen. Ich habe mir jetzt verschiedene Angebote eingeholt, der Kopf und das Pleul liegen schon beim Instandsetzer, er wird sich melden, sobald es was Neues gibt.

Kurze Frage zu den Buchsen/Kolben, habe mir nur von KS anbieten lassen beim DT239 waren doch immer Kolben mit Ringträger verbaut, oder nicht? Habe auch ein Angebot ohne Ringträger vorliegen, bei dem Brennraummuldentiefe/Kolbenbolzenduchmesser passen...

Über den Preis der Pleuelschrauben und Muttern hab ich auch kurz geschluckt!

 

Gruß

Daniel
 
Hallo

Ringträgerkolben sind Pflicht bei diesen Turbomotoren bei voller Leistungsausbeute kommen sogar diese an ihre Grenzen bei diesem Motor.

Warum willlst du die Pleuelmuttern und Schrauben erneuern?

MfG

Alwin
 
Hallo!

 

Ja, es werden Ringträgerkolben verbaut. Bei den Pleuelschrauben stand es für mich bisher überhaupt nicht zur Diskussion, die Alten wiederzuverwenden.

Verwendet Ihr die alten wieder?  Sind die nicht auch durch das Anzugsmoment und der damit verbundenen Dehnung und des Alters einem gewissen Verschleiss unterlegen?

MfG

Daniel
 
Hallo Daniel, nur sogenannte Dehnschrauben ( durch einen verjünkten Schaft erkennbar ) unterliegen der Überdehnung.Diese müssen immer ereuert werden.So habe ich das bei IH gelernt.Grüße vom Paylodoc.
 
Zurück
Oben Unten