Neues im Hause Lef.

Hallo,

hier die Vorgehensweise um zu überprüfen, ob eine Drehbank (mit Spitze) konisch zieht:

 

Material kurz spannen und planen. Danach ausspannen. Sagen wir mal 100 mm (Je länger du das Teil ausspannst, desto genauer kannst du die Kiste einstellen!)

Dann die Welle mit einem Zentrierbohrer zentrieren und swar so tief, dass die mitlaufende Spitze gut geführt wird.

Die Spitze gegen die Zentrierung mittels Reitstock drücken und die Pinole des Reitstocks nicht mehr als nötig rausdrehen. (Weil auch da Hebelkräfte wirken !)

Dann einen Schlichtspan drehen. (Bei deiner Welle schlage ich vor: 0,15 Spantiefe, 0,02 mm Vorschub oder bei dir, da ja die Zugspindel fehlt, gleichbleibend den Bettschlitten bewegen, 1500 U/min, rechter Drehmeißel mit 0,2 mm Schneidenradius)

Den Span drehen bis kurz vor das Futter.

Den Durchmesser mit einem Micrometer (Bügelmessschraube) jeweils vorne an der Spitze und am Ende am Futter messen.

Falls du einen unterschiedlichen Wert gemessen hast ist das, was die Drehbank konisch zieht. Stelle fest, ob der Durchmesser an der Spitze oder am Futter kleiner oder größer ist. Das bestimmt die Richtung der

Reitstockverstellung. 

Sollte dieses der Fall sein , teilst du den Wert durch 2. (Wir nehmen jetzt einfach mal an, die Drehbank zieht 0,08 mm konisch und der Durchmesser wird zum Futter größer.)

Jetzt setzt du eine Messuhr (Teilstrich 0,01 mm Standard), die idealerweise an einem Messuhrständer mit Magnetfuß befestigt ist, auf den Querschlitten und legst die Messspitze ganz vorne an den Durchmesser der gedrehten Welle an. Fahre um den Wert besser einzustellen, den Querschlitten soweit dass die Uhr auf Null steht.

Jetzt musst du an deinem Reitstock die Schraube verdrehen, die für die seitliche Verstellung zuständig ist. (Ist von Maschine zu Maschine etwas anders. Bei Weiler befindet diese sich auf der Rückseite des Reitstocks also da, wo die Spänewanne/ Rückwand der Drehbank ist.)

Wir haben angenommen, dass die Maschine 0,08 mm konisch zieht und der Durchmesser wird zum Futter hin größer!

Diesen Wert teilen wir durch 2. Warum? Weil wir jetzt incremental verstellen mit der Messuhr. Das heißt, wir stellen nicht Durchmesser bezogen sondern Radiusbezogen ein.

0,08 /2 = 0,04

Das ist der Wert, den du auf deiner Messuhr erreichen musst und um den du den Reitstock verstellst und zwar in Richtung der Rückwand der Maschine!

Du musst die Schraube am Reitstock als rausschrauben. In dem Reitstock zieht die Schraube den Reitstock hinter sich her. Von daher also rausschrauben oder linksrum drehen.

Verstelle den Reitstock soweit, bis der Zeiger der Messuhr 0,04 mm erreicht. Verdrehe die Schraube eine viertel Umdrehung danach wieder in die andere Richtung. (Damit dieser nicht mehr auf Druck steht!)

 

Jetzt kannst du nochmal einen Schlichtspan drehen und nochmal messen wie beschrieben. Sollte es noch konisch sein wiederholst du einfach das Ganze, bis du mit dem Maß zufrieden bist.

 

Übrigens: Sollte die Maschine konisch ziehen ohne das eine Spitze dagegen liegt, ist deine Bettbahn ausgefahren. Daran kannst du nichts ändern. Meistens sind Drehbänke, die schon ein gewisses Alter auf dem Buckel haben, im vorderen Bereich vor dem Futter ausgefahren. 0,01-0,03 mm sind da keine Seltenheit. Ein Dreher der jeden Tag an seiner Mühle steht, weiß wo die Kiste hin abfällt und korrigiert dieses manuell während der Vorschub läuft durch Verstellung des Querschlitten um einige hunderstel Millimeter. Das ist natürlich nicht so einfach und es bedarf einer gewissen Zeit und Erfahrung um da nicht sichtbare Riefen auf die Teile zu bekommen.

Man sagt ja auch: Du musst es fühlen...! ;)

Gruß Torsten  
 
Lef.:

Moin,

ich habe den rechten Planstahl geschliffen und den Stahlklotz über gedreht.

Es hat nichts geqiutscht oder vibriert. Der Tipp war schon einmal goldrichtig!!

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Beide Schlitten haben nach der Justierung der Keilleisten kein Spiel hinsichtlich Verdrehen mehr.

Bei beiden Vorschubgewinde haben allesdings Luft.

Beim Querschlitten sind es 4 Teilstriche, am Oberschlitten immerhin 15 Teilstriche.

Um dieses Maß kann ich den entsprechenden Tisch auch in axialer Richtung verschieben.

Da kann man doch sicher nur die Teile austauschen um das Spiel zu reduzieren?

Gruß

Jörg

Hallo Jörg,

das was du meinst nennt sich: Totes Spiel!

Dieses Spiel sitzt im Gewinder der Achsen. Alle Gewinde sind Trapezgewinde. Bei Weiler dürfte das entweder 2.5 mm sein oder sogar 3mm.

Du kannst das Tote Spiel dadurch reduzieren, indem du:

- Neue Messingbuchsen einbaust (Sind unter der Unterseite des Querschlittens)

- Falls die Maschine eine Justierung dafür hat, kannst du 2 Schrauben die auf dem Querschlitten zu sehen sind einschrauben. Diese drücken die Gewinde der Messingbuchsen zusammen um somit das Spiel der Spindel zu reduzieren.

 

Du kannst aber das Tote Spiel vernachlässigen, indem du immer dieses vorher rausnimmst. Du wirst merken, wenn du übergedreht hast und verstellst nur um um 4 Striche zurück, bewegt sich der Schlitten nicht. Verstellst du aber um eine Umdrehung zurück und dann wieder vor auf dein Maß, geht die Bank genau auf das Maß zurück.

 

Ich muß dir das wirklich einmal live zeigen....!

Gruß Torsten 

 
 
Torsten,

ich habe die Kompensation des toten Spiels immer so wie von dir beschrieben gemacht....

das ist ja auch logisch. Die Gewinde müssen auf Druck sein.

Ich muß wohl mal den Kreuzschlitten genauer unter die Lupe nehmen und auseinander

schrauben.

Gruß

Jörg
 
Hallo Torsten,

hier sind die Bilder:

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Den Kreuzschlitten habe ich auch demontiert.

Ich konnte keine Messingschrauben finden, die das tote Spiel reduzieren.

Hier der Oberschlitten

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Hier der Querschlitten

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Zum Schmieren nehme ich graphithaltiges Universalöl von Caramba, ist das ok?

Fett wollte ich nicht nehmen, da klebt die Späne zu fest dran.

Sorry, wenn das Antworten so lange dauert.

Gruß

Jörg
 
Hallo Jörg,

macht doch nichts, ist ja Sonntag...! ;)

 

Also pass auf:

Dein Schätzchen hat diese verstellbaren Messingbuchsen nicht in der Mitte des Querschlitten, aber du kannst an deiner Bank trotzdem das Spiel einstellen.

Auf diesem Bild:

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siehst du die Messingmutter (ich meine ich habe noch solche liegen auf der Arbeit), in der die Spindel läuft. Es sind 2 Muttern hintereinander. Du siehst, dass die Mutter 4 Kerben hat.

Mit einem Hakenschlüssel kannst du die äußere Mutter verstellen um somit den Abstand zur anderen Mutter zu reduzieren oder zu vergrößern. Dadurch nimmst du das Spiel der Spindel!

Es kann sein, dass du dafür die beiden Schlitzschrauben lösen musst, da diese die Messingmutter halten.

 

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Deine Madam hatte aber schon mal "Feindkontakt" mit den Futterbacken gehabt ;)

 

Zum schmieren der Welle:

Du solltest Fett benutzen. Wir verwenden ein Spezialfett extra für Gewindewellen das heißt "Turbo-2000". Das Zeug (Giftgrün) verhärtet nicht und verbindet sich auch nicht mit Öl oder sonstigem Zeug. Übrigens sitzt das auch in unseren Futtern drin.

Wenn du das auf die Spindel gibst und in die Gewindebuchsen ist alles gut.

 

Ansonsten sehen die Bahnen und das Bett aber noch recht gut aus!

Gruß Torsten
 
Hallo Torsten, das grüne Zeug werde ich mir besorgen.

Die Einstellung mit dem toten Spiel werde ich später noch einmal angehen.

Ich habe den Mulitfixhalter auf Null eingestellt, damit er immer senkrecht zur Drehachse steht.

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Die Alustange habe ich geplant. Es sieht zwar nicht so aus, aber der Stahl war mittig.

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Danach das Zentrierloch gebohrt.

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So kann es losgehen.

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Ich muß die Zentrierspitze so weit ausfahren.

Die Sache ist so eng gebaut, daß die Kurbel vom Oberschlitten mit der vom Reitstock kollidiert.

Vielleicht sollte ich am Reitstock mal etwas anderes anbauen.

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Nachdem ich die Oberfläche geglättet hatte, habe ich den Meßschnitt gemacht

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Hier die Meßergebnisse, die Messschraube bestätigt diese.

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Das ist schon sehr ernüchternd. 0,13mm sind dann doch ein wenig viel.

Am Reitstock konnte ich nicht eine Verstellmöglichkeit finden.

Am Fuß des Bettes sind auf beiden Seiten Madenschrauben, könnten diese zum Verstellen dienen?

Dann müßten sie aber das Bett verwinden, das mag ich nicht glauben.

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Kann ich den Effekt nicht am Oberschlitten korrigieren?

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Letztlich bestimmt doch diese Einstellung ob der Schlitten und damit das Werkzeug parallel läuft.

Mich wundert, daß diese Skala keine Rasterung in Nullstellung hat.

Gruß

Jörg
 
Hallo Jörg,

du kannst durch die Winkeleinstellung des Support nichts erreichen, weil die Bahn (Achse) über den Bettschlitten übertragen wird. Selbst wenn du den Oberschlitten auf 5 Grad stellt als Beispiel, wird die Bank immer eine gerade Fläche drehen.

Durch Verstellung des Support, kannst du einen Kegel oder eine konische Fläche drehen. Durchmesserbezogen oder auch Stinseitig.  Dann musst du aber das Handrad des Support benutzen und nicht das große  Rad vom Bettschlitten.

 

Die Verstellung des Reitsstocks kann nicht über die von dir beschrieben Schrauben am Bett passieren. Es muss eine Verstellmöglichkeit am Reitstock geben.

 

Kannst du den mal von allen Seiten fotogafieren und hier einstellen. Bitte auch von unten. Vielleicht kann ich da was sehen.

 

Gruß Torsten
 
Hallo Torsten,

ich vermute, daß du erfolgreich verdrängt hast, daß ich keine Zug und Leitspindel habe. :-)

Den Vorschub am Werkstück entlang muß ich mit dem Oberschlitten machen.

Ich habe den Oberschlitten mal um 5° verdreht.

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So bin ich auch hinsichtlich der Drehlänge in einem Zug eingeschränkt.

Der Oberschlitten hat einen Verfahrweg von ca. 130mm.

Ich muß mir jetzt etwas einfallen lassen, um die Nullposition für paralleles Drehen reproduzierbar

schnell einstellen kann.

Gruß

Jörg
 
Sehr interessanter Thread, macht bitte genauso ausführlich hier weiter!!!

Gruß

Klaus (der als Schüler (vor über 20Jahren) nachmittags in ‘ner Dreherei gejobbt hat und neben allen anderen Arbeiten auch ab und zu an s Heiligtum (Drehbank vom Chef) durfte um nach Anleitung ‘ne Serie von Werkstücken mit "Wurfpassung" herzustellen.)
 
Hallo Klaus,

ich werde weiterhin berichten, schließlich bin ich wissbegierig und froh, daß Torsten als

Spezialist sich die Zeit nimmt meine Fragen zu beantworten.

Ich habe die Einstellung mit 0,03mm Abweichung auf die 100mm Meßstrecke gefunden.

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Man könnte meinen, das ist ja einfach. Nur die Skalenstriche übereinander.

Wie man sieht, ist die Null einen Hauch nach links versetzt.

Eine minimale Verstellung wirkt sich unglaublich auf das Ergebnis aus.

Hier könnt ihr sehen, daß der Stab inzwischen deutlich an Substanz verloren hat.

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Dann habe ich noch eine Körnerspitze ins Futter eingesetzt, um in Drauf- und Seitenansicht zu

prüfen, ob sie auf einem Niveau sind.

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Ich denke, das ist für meine Zwecke ok.

Torsten, am Reitstock ist nichts zum Verstellen.

Der sitzt in einem Stück auf den Bettkufen. Von unten hat er nur den Klemmmechanismus.

Ich werde noch einmal mit einem Spiegel von unten nachsehen. Ob´s dort mit dem Fotografieren klappt

muß sich dann zeigen.

Gruß

Jörg
 
Hallo Jörg,

so nun wieder vom Schwimmen zurück. (Einmal muss man ja die Fingernägel sauber bekommen... ;)

 

Du hast vollkommen Recht. Deine Bank hat nur den Support und kein Bettschlitten. Uff, hätte schwören können, dass ich ein Handrad für den Bettschlitten gesehen habe auf deinen ersten Bildern von der Drehbank.

Das bedeutet, dass das was ich zu dem Überprüfen der konik geschrieben habe, gilt nur für eine Leit,-und Zugspindel Drehbank.

Deine Bank hat keinen verstellbaren Reitstock, weil wie du richtig sagst, alles nur über den Oberschlitten gefahren wird. Und wenn der etwas schräg steht, zieht die Bank konisch.

 

Um den Winkelwert zu berechnen, kommen wir wieder in die gute alte Schulzeit und kramen den Tangens aus der Grütze, oder aber man bedient sich dieser Formel zum Kegeldrehen:

tan=D-d/2/l

D=Maß des größten gemessenen Durchmesser

d=Maß des kleinsten gemessenen Durchmesser

Geteilt durch 2=weil tan alpha halbe und wir stellen ja nur den halben Winkel an der Bank ein

Geteilt durch l= Länge des Kegels

Wenn du in diese Formel die Daten eingibst und berechnest bekommst du durch drücken der INV Taste und Tangens den Winkelwert, um den dein Nonius am Oberschlitten zu verstellen ist.

Du hast Recht, dass genaue Einstellen ist nicht gerade einfach und hat aber auch nur bei deinem Maschinentyp eine immense Auswirkung. Bei Zugspindelmaschinen kann die genaue Ausrichtung des Supports vernachlässigt werden, solange man den nicht bewegt.

Du hattest gefragt, warum denn da keine Schraube oder sonstiges ist, damit man den Schlitten genau auf 0 Grad positionieren kann. Das lieber Jörg, frage ich mich schon seit Jahren.

Jede Fräsmaschine, sebst aus dem Jahr 18 hundert schies mich tot hat an der Frässpindel einen Passstift, der den Fräser genau senkrecht oder auf 90 Grad zum Teil positioniert.    

 

Bei dem einstellen des Nonius denk an die Parallaxe (Parallaxenfehler). Dieser entsteht häufig, wenn du die Striche von vorne, so wie in deinem Bild gezeigt, anstelle von oben ansiehst und entsprechend einstellst.

Habe ich dir hier mal eben rausgesucht:

 Bei genauen Messungen an Skalen – etwa an einem Maßstab oder einem Thermometer – muss die Ablesung senkrecht zur Skale erfolgen (Parallaxenfehler). Bei elektrischen Zeigermessgeräten erleichtert dies ein Spiegel hinter der Skale: Der Zeiger und sein Spiegelbild müssen zum Zeitpunkt der Ablesung in Deckung stehen.

Aber auch ohne Hilfsmittel kann die richtige Augenposition gefunden werden, wenn man auf die Skalenparallaxe achtet: der Mittelwert aus zwei Extrempositionen ist meist genauer als eine unkontrollierte Ablesung, wenn von einer linearen Skala abgelesen wird. Bei üblichen Außenthermometern kann man die Genauigkeit dadurch von 1 °C auf 0,5 °C verbessern.

Gruß  Torsten

   
 
Hallo Torsten,

ja, ja, der gute alte Matheunterricht.

Ich rechne das jetzt mal nicht nach, denn ich weiß, daß das Ergebnis so klein ist,

daß es sich annähernd nicht auf der Skala einstellen läßt.

Mit den 3 hundertstel Abweichung auf 100mm kann ich leben.

Sollte ich den Oberschlitten zum Konusdrehen mal verstellen müssen, werde ich ihn hinterher wohl

wieder einstellen müssen.

Vielleicht besorge ich mir eine 100%ige Stange, die ich an beiden Enden mir Zentrierbohrungen versehe,

spanne sie ein und richte danach den Obertisch aus.

Ich könnte ja eine Stange mit Kugellager am Ende in den Mulitfix einklemmen und an der Stange entlangfahren.

Das spart Material und das Messen.

Auch wenn der Exkurs für die Prüfung der PAralleleität nicht auf meine Maschine anwedbar ist, war es für mich

sehr interessant und der Anstoß dieses zu prüfen und ein zu stellen.

Vielen Dank für dein Engagement.

Gruß

Jörg
 
Hallo Jörg,

na das ist ja wohl selbstverständlich, dass ich mich gerade in Sachen Drehtechnik hier engagiere.

 

Es ist schön, wenn man einem Forumsmitglied helfen kann und ganz wertfrei Dinge vermittelt, die man sonst wirklich nur durch Lehre oder Beruf kennt. Werkzeugmaschinen, egal ob Dreh,- oder Fräsmaschinen, gehören einfach in den Bereich rund um die Schlepper dazu. Ich glaube, der ein oder andere wird sich hier eine Menge mitnehmen und ist dann schon einmal sicherer im Umgang mit den rotierenden Flugtieren... ;) 

Wir sehen ja, dass es durchaus User hier gibt, die unsere kleine Drehbank Expertisé durchaus zu schätzen wissen und fleißig lesen.

 

Zu deiner Idee mit der Stane:

Dafür müsstest du eine Spitze mit der Bank drehen die genau 60 Grad hat. Dieses sollte kein Problem darstellen.

Aber du weißt nicht, ob der Reitstock wirklich zu 100 % auf Mitte steht. Und dann ist deine, bestimmt durchaus gute Idee mit dem Kugellager, nur akademisch zu betrachten.

Du weißt ja, wie klein und fein die Abweichungen genügen um im Ergebnis 0.13 mm zu erzielen.

Es gibt aber auch eine Möglichkeit herauszufinden und zu messen, ob dein Reitstock in der Mitte steht.

Wenn du magst, beschreibe ich es hier.

 

Gruß Torsten 
 
Hallo Torsten,

wenn ich eine Stange mit genügender Durchbiegefestigkeit, 100% gleichen Durchmessers über die Länge und

suaber zentrierten Bohrungen nehme, müßten sich doch die Ungenauigkeiten der Reitstockpositionen

kompensieren.

Wenn der Reitstock um z. B. 1mm zu weit hinten also zur Wand hinsitzt, würde ich das Maß durch die Schiefheit der Schlitteneinstellung ausgleichen.

Wenn ich dann allerdings ohne Zentrierspitze drehen, wir das Werkstück konisch.

Auf den letzten Bilder habe ich ja den Reitstock an das Futter gefahren.

Zumindest in der Position scheint alles zu stimmen.

Das kann sich natürlich an jeder Stelle des Bettes anders darstellen, je nach Zustand des Bettes.

Das mit der 60°-Spitze habe ich nicht verstanden....

Natürlich interessiert mich die Methode mit der Vermessung.

Ich möchte deine Zeit aber nicht über Gebühr in Anspruch nehmen.

Gruß

Jörg
 
Hallo Jörg,

meine Zeit spielt doch keine Rolle. Helfe ja gerne. Werde morgen zu der Methode zum Messen der Reitstockmittigkeit genau schreiben.

 

Zu deiner Idee mit der Stange:

Zunächst musst du ein Teil einspannen und den Oberschlitten aus 30 Grad einstellen und eine Spitze drehen. Das liegt daran, dass ein Zentrierbohrer in der Regel einen 60 Grad Winkel hat.

Dann legst du die Reitstockspitze an. Jetzt kommt das Problem:

Du erfasst mit deiner Idee mit dem Kugellager nicht die Ausrichtung deines Oberschlittens zur Mitte der Maschine, sondern du erfasst damit den Wert, den der Reitstock ggf. außer Mitte steht. Wohlgemerkt gegebenfalls. (Dazu morgen mehr)

Eine Bank sollte immer über absolute Mittigkeit verfügen. Das hat Priorität. Du brauchst immer einen verlässlichen Bezug, mit dem du arbeiten und den anwenden kannst.

Im Klartext heißt das: Wenn du mit dem Lager an der Welle entlang fährst, hast du deinen Oberschlitten an die Ungenauigkeit deines Reitsstocks angepasst. Aber wenn du das nächste Teil ohne Spitze drehst, kann es dir passieren, dass die Bank konisch zieht.

Darum ist es jetzt wichtig zu messen, um wieviel der Reitstock außer Mitte steht. Wenn der Null hat, ist deine Idee super für die Anwendung!

Dazu morgen mehr. Wir wollen das hier ja auch etwas spannend gestalten.... ;)

 

Gruß Torsten     
 
Nicht komplex....

du musst es fühlen ;)

 

(Oder wie sagt Ford so schön: Feel the differents...!)

 

Dir auch eine gute Nacht. Bis morgen!

Gruß Torsten
 
Hallo, gähn

genau: Feel the Differenzial! (Wußte doch das der Spruch eigentlich so heißt...;)

 

Nach dem ersten Tag Spätschicht der Woche komme ich heute mal dazu dir Jörg und allen anderen zu beschreiben, wie man messen kann, ob der Reitstock in der Mitte steht. (Drehbankmitte).

 

Hier seht ihr mein Mäuschen an dem ich jeden Tag dran rumfummel :)    :

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(Wenn jemand einen Hebel oder ein Handrad genauer beschrieben haben möchte, bzw. die Funktion davon, bitte gerade bescheid geben.)

 

Bei dieser Bank handelt es sich um eine Leit,-und Zugspindeldrehmaschine, Marke Weiler Praktikant VC mit elektronischem Vorgelege.

Ihr seht, dass hier im Gegensatz zu Jörg seinem Schätzchen, eine Achse mehr dran ist. Oben auf dem Querschlitten, finden wir dann auch den Support der bei Jörg seinem Modell den Bettschlitten ausmacht.

Hinter dem Bettschlitten unter der Blechverkleidung, befinden sich die Leit,-und Zugspindeln, die für den Vorschub (Zugspindel) und das Gewindeschneiden (Leitspindel) zuständig sind und benötigt werden. 

Der Vorschub ist für den Bettschlitten (achsiale Achse) in beide Richtungen schaltbar, sowie auch für den Querschlitten (radiale Achse) ebenfalls beide Richtungen schaltbar. Der Vorschub an einer Drehbank ist immer Abhängig von der Umdrehung mm/Umdrehung)

(Anders bei einer Fräsmaschine, da wird der Vorschub in mm/min angegeben!)   

Den Vorschub, die Steigungen zum Gewindeschneiden und die Richtungen, stellt man am Spindelkasten an den 4 Drehrädern ein. Den Betätigungshebel des Vorschubs befindet sich Mittig am Schlosskasten ebenso wie die Betätigung der Schlossmutter (Einrasten für Gewindeschneiden in die Leitspindel). Dieses muß nochmal durch einen zusätzlichen Druck auf einen Druckschalter bestätigt werden. (Sicherheitselement)

Das Mikroskop hat eine 260 fache Vergrößerung  und besitzt einen LED Leuchtkreis unterhalb der Linse. Dieses benötigen wir, weil wir an fertigen gehärtete Konturen Radien, Schrägen und Durchmesser nachsetzten müssen in den Bereichen von 0.1-0.001 mm.

Auf dem rechten Bildrand erkennen wir den Reitstock. (Dazu stelle ich noch mehr Bilder ein wegen der Verstellsituation zum verdeutlichen.)

Diesen Reitstock wollen wir nun einmal messen, ob er mit der Pinole mittig zur Drehbankachse steht:

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Im Bild sieht man, dass ich einen Zentrigator verwende. Dieses Messteil kann man in das Futter spannen (ausgedrehte Weichbacken) und man stellt den Taster in die Bohrung der geschliffenen Pinole des Reitstocks.

Durch drehen des Futters mit der Hand, kann man sehen in welchen Richtungen der Reitstock nicht mittig zur Bankachse steht. Leider gibt es nur die Möglichkeit den Reitstock in radialer Richtung zu verstellen. (Das was ich geschrieben habe mit der Stellschraube) jedoch kann nicht die Höhe eingestellt werden. Sollte ein Reitstock "unter" Mitte stehen hat man nur die fummelige Chance, mit Federbandblechen (Abstufungen 0.02 mm) diesen wieder auf Mitte zu stellen.

Da nun aber nicht jeder einen Zentrigator besitzt, kann man das Ganze auch mit einer Messuhr durchführen, die an einem Magnetfuß befestigt ist.

Das Bild dazu folgt morgen.....

Gruß Torsten 

 
 
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