t844
Bekanntes Mitglied
Hallo,
hier die Vorgehensweise um zu überprüfen, ob eine Drehbank (mit Spitze) konisch zieht:
Material kurz spannen und planen. Danach ausspannen. Sagen wir mal 100 mm (Je länger du das Teil ausspannst, desto genauer kannst du die Kiste einstellen!)
Dann die Welle mit einem Zentrierbohrer zentrieren und swar so tief, dass die mitlaufende Spitze gut geführt wird.
Die Spitze gegen die Zentrierung mittels Reitstock drücken und die Pinole des Reitstocks nicht mehr als nötig rausdrehen. (Weil auch da Hebelkräfte wirken !)
Dann einen Schlichtspan drehen. (Bei deiner Welle schlage ich vor: 0,15 Spantiefe, 0,02 mm Vorschub oder bei dir, da ja die Zugspindel fehlt, gleichbleibend den Bettschlitten bewegen, 1500 U/min, rechter Drehmeißel mit 0,2 mm Schneidenradius)
Den Span drehen bis kurz vor das Futter.
Den Durchmesser mit einem Micrometer (Bügelmessschraube) jeweils vorne an der Spitze und am Ende am Futter messen.
Falls du einen unterschiedlichen Wert gemessen hast ist das, was die Drehbank konisch zieht. Stelle fest, ob der Durchmesser an der Spitze oder am Futter kleiner oder größer ist. Das bestimmt die Richtung der
Reitstockverstellung.
Sollte dieses der Fall sein , teilst du den Wert durch 2. (Wir nehmen jetzt einfach mal an, die Drehbank zieht 0,08 mm konisch und der Durchmesser wird zum Futter größer.)
Jetzt setzt du eine Messuhr (Teilstrich 0,01 mm Standard), die idealerweise an einem Messuhrständer mit Magnetfuß befestigt ist, auf den Querschlitten und legst die Messspitze ganz vorne an den Durchmesser der gedrehten Welle an. Fahre um den Wert besser einzustellen, den Querschlitten soweit dass die Uhr auf Null steht.
Jetzt musst du an deinem Reitstock die Schraube verdrehen, die für die seitliche Verstellung zuständig ist. (Ist von Maschine zu Maschine etwas anders. Bei Weiler befindet diese sich auf der Rückseite des Reitstocks also da, wo die Spänewanne/ Rückwand der Drehbank ist.)
Wir haben angenommen, dass die Maschine 0,08 mm konisch zieht und der Durchmesser wird zum Futter hin größer!
Diesen Wert teilen wir durch 2. Warum? Weil wir jetzt incremental verstellen mit der Messuhr. Das heißt, wir stellen nicht Durchmesser bezogen sondern Radiusbezogen ein.
0,08 /2 = 0,04
Das ist der Wert, den du auf deiner Messuhr erreichen musst und um den du den Reitstock verstellst und zwar in Richtung der Rückwand der Maschine!
Du musst die Schraube am Reitstock als rausschrauben. In dem Reitstock zieht die Schraube den Reitstock hinter sich her. Von daher also rausschrauben oder linksrum drehen.
Verstelle den Reitstock soweit, bis der Zeiger der Messuhr 0,04 mm erreicht. Verdrehe die Schraube eine viertel Umdrehung danach wieder in die andere Richtung. (Damit dieser nicht mehr auf Druck steht!)
Jetzt kannst du nochmal einen Schlichtspan drehen und nochmal messen wie beschrieben. Sollte es noch konisch sein wiederholst du einfach das Ganze, bis du mit dem Maß zufrieden bist.
Übrigens: Sollte die Maschine konisch ziehen ohne das eine Spitze dagegen liegt, ist deine Bettbahn ausgefahren. Daran kannst du nichts ändern. Meistens sind Drehbänke, die schon ein gewisses Alter auf dem Buckel haben, im vorderen Bereich vor dem Futter ausgefahren. 0,01-0,03 mm sind da keine Seltenheit. Ein Dreher der jeden Tag an seiner Mühle steht, weiß wo die Kiste hin abfällt und korrigiert dieses manuell während der Vorschub läuft durch Verstellung des Querschlitten um einige hunderstel Millimeter. Das ist natürlich nicht so einfach und es bedarf einer gewissen Zeit und Erfahrung um da nicht sichtbare Riefen auf die Teile zu bekommen.
Man sagt ja auch: Du musst es fühlen...!
Gruß Torsten
hier die Vorgehensweise um zu überprüfen, ob eine Drehbank (mit Spitze) konisch zieht:
Material kurz spannen und planen. Danach ausspannen. Sagen wir mal 100 mm (Je länger du das Teil ausspannst, desto genauer kannst du die Kiste einstellen!)
Dann die Welle mit einem Zentrierbohrer zentrieren und swar so tief, dass die mitlaufende Spitze gut geführt wird.
Die Spitze gegen die Zentrierung mittels Reitstock drücken und die Pinole des Reitstocks nicht mehr als nötig rausdrehen. (Weil auch da Hebelkräfte wirken !)
Dann einen Schlichtspan drehen. (Bei deiner Welle schlage ich vor: 0,15 Spantiefe, 0,02 mm Vorschub oder bei dir, da ja die Zugspindel fehlt, gleichbleibend den Bettschlitten bewegen, 1500 U/min, rechter Drehmeißel mit 0,2 mm Schneidenradius)
Den Span drehen bis kurz vor das Futter.
Den Durchmesser mit einem Micrometer (Bügelmessschraube) jeweils vorne an der Spitze und am Ende am Futter messen.
Falls du einen unterschiedlichen Wert gemessen hast ist das, was die Drehbank konisch zieht. Stelle fest, ob der Durchmesser an der Spitze oder am Futter kleiner oder größer ist. Das bestimmt die Richtung der
Reitstockverstellung.
Sollte dieses der Fall sein , teilst du den Wert durch 2. (Wir nehmen jetzt einfach mal an, die Drehbank zieht 0,08 mm konisch und der Durchmesser wird zum Futter größer.)
Jetzt setzt du eine Messuhr (Teilstrich 0,01 mm Standard), die idealerweise an einem Messuhrständer mit Magnetfuß befestigt ist, auf den Querschlitten und legst die Messspitze ganz vorne an den Durchmesser der gedrehten Welle an. Fahre um den Wert besser einzustellen, den Querschlitten soweit dass die Uhr auf Null steht.
Jetzt musst du an deinem Reitstock die Schraube verdrehen, die für die seitliche Verstellung zuständig ist. (Ist von Maschine zu Maschine etwas anders. Bei Weiler befindet diese sich auf der Rückseite des Reitstocks also da, wo die Spänewanne/ Rückwand der Drehbank ist.)
Wir haben angenommen, dass die Maschine 0,08 mm konisch zieht und der Durchmesser wird zum Futter hin größer!
Diesen Wert teilen wir durch 2. Warum? Weil wir jetzt incremental verstellen mit der Messuhr. Das heißt, wir stellen nicht Durchmesser bezogen sondern Radiusbezogen ein.
0,08 /2 = 0,04
Das ist der Wert, den du auf deiner Messuhr erreichen musst und um den du den Reitstock verstellst und zwar in Richtung der Rückwand der Maschine!
Du musst die Schraube am Reitstock als rausschrauben. In dem Reitstock zieht die Schraube den Reitstock hinter sich her. Von daher also rausschrauben oder linksrum drehen.
Verstelle den Reitstock soweit, bis der Zeiger der Messuhr 0,04 mm erreicht. Verdrehe die Schraube eine viertel Umdrehung danach wieder in die andere Richtung. (Damit dieser nicht mehr auf Druck steht!)
Jetzt kannst du nochmal einen Schlichtspan drehen und nochmal messen wie beschrieben. Sollte es noch konisch sein wiederholst du einfach das Ganze, bis du mit dem Maß zufrieden bist.
Übrigens: Sollte die Maschine konisch ziehen ohne das eine Spitze dagegen liegt, ist deine Bettbahn ausgefahren. Daran kannst du nichts ändern. Meistens sind Drehbänke, die schon ein gewisses Alter auf dem Buckel haben, im vorderen Bereich vor dem Futter ausgefahren. 0,01-0,03 mm sind da keine Seltenheit. Ein Dreher der jeden Tag an seiner Mühle steht, weiß wo die Kiste hin abfällt und korrigiert dieses manuell während der Vorschub läuft durch Verstellung des Querschlitten um einige hunderstel Millimeter. Das ist natürlich nicht so einfach und es bedarf einer gewissen Zeit und Erfahrung um da nicht sichtbare Riefen auf die Teile zu bekommen.
Man sagt ja auch: Du musst es fühlen...!
Gruß Torsten

