Hallo Jörg,
Vibrationen und Rattermarken auf den Werkstücken haben/können mehrere Ursachen haben:
Werkzeug:
Aufnahme
Befestigung
Auslegung (Ausspannlänge des Drehmeißels)
Schneidstoff
Schärfe des Drehmeißels
Geometrie des Drehmeißel
Maschine:
Standsystem (Befestigung der Drehbank auf den Boden oder auf Gummiteller federnd gelagert)
Eigengewicht
Steiffigkeit des Bett
Antrieb und Umsetzung
Spannmittel :
Aufnahme
Lager
Zustand der Backen
Gegenhalter (Lynette, Spitze)
Falls Gegenhalter mit mitlaufender Zentrierspitze:
Beschaffenheit des Reitstocks
Rundlauf der Spitze (Lager)
Oberfläche der Spitze
Werkstück :
Auslage (Auspannlänge aus dem Futter)
Materialeigenschaften
Arbeitsgang:
Vorschub
Spantiefe
Schnittgeschwindigkeit (Drehzahl)
Du siehst, es gibt einige Dinge die dafür ursächlich sein könnten. (Und ich habe bestimmt noch ein paar nicht berücksichtigt).
Du hast schonmal an einer Keilleiste gestellt. Dieses ist aber nicht der Planschlitten, sondern der Oberschlitten bzw. Support genannt.
Sollten Riefen davon kommen, müsstest du schon den Oberschlitten mit der Hand hin und her bewegen können. Das kann ich mir nicht vorstellen.
Was meistens die Ursache für Riefen ist, ist ein Spiel der Lagerbuchsen im Querschlitten. (X Achse) Ältere Schätzchen haben damit oft Probleme. Du findest auch dort Keilleisten, die du mit einem Inbuss Schlüssel verstellen kannst in beide Richtungen.
Idealerweise hat deine Bank in der Mitter vom Querschlitten noch 2 Schrauben, mit denen du das Spiel der Messingmuttern justieren kannst. Damit hast du dann eine (fast) absolut Spielfreie Achse.
Hast du mal gemessen, ob die Madam konisch zieht?
Von den Bildern mutmaße ich mal, dass es sich um St- Stahl handelt. (37 oder 50, aber kein Blankgezogen)
Der Radius deiner Schneide ist zu klein (oder spitz) oder man kann auch sagen: Dein Stahl war zu scharf.
Wenn du dem Drehmeißel eine Hohlkerbe anschleifst und den Radius der Schneide auf 0.5 oder ggf. 1 mm erhöchst, wirst du keine Riefen mehr sehen. Du bekommst eine matte gleichmäßige Oberfläche.
Eine glänzende, gleichmäßige Struktur wirst du mit dem Zeug nicht hinbekommen, dazu ist es zu weich. Man sagt dann : Das Material schmiert.
Freut mich wenn du bald bessere Werkzeug hast! Das kann niemals schaden.
(Übrigens dein linker Planstahl auf dem Bild bedarf es eine Refreshing. Die Schneide ist gemascht....)
Habe mir gerade nochmal deine Bilder angeschaut. Solltest du mit dem abgebildeten Meißel gearbeitet haben, hast du gegen die Schneide gedreht. Dieser Stahl ist für Drehoptionen vom Futter weg, also von links nach rechts zur Spitze aber nícht zum Futter hin. Darum hast du auch das ständige quitschen. Nimm einen rechten Meißel. Dann hast du Ruhe und ein tolles Ergebnis!
Ich habe dir hier mal eine Grafik eingebaut, wo du die Unterschiedlichen Meißellagen sehen kannst:
Gruß Torsten