Restauration 624 AS

Moin.

WAHNSINNSARBEIT! 

Ich ziehe den Hut vor deiner Arbeit und auch das du uns so viele Informationen lieferst. Vielen Dank dafür. Toller Bericht, ich lese interessiert mit.

Bin ich froh das die Agriomatik S bei meinen noch so gut funktioniert.

Gruß Jürgen
 
Moin, es geht weiter....

da meine eine fehlende Anpresslamelle noch letzten Freitag gekommen ist....DPD sei Dank! Konnte ich fleißig weiter machen.

eup-1137018417-91c039c3b6cccff04a750e318a102d86-1602306158_big.webp

zuerst habe ich natürlich die Agriomatik zusammen gestellt und montiert:

eup-1137018417-4687f35930578fcc356c0503ae786165-1602306278_big.webp

Ach..fals ich es noch nicht erwähnt hatte, ein weitere Mangel bei meinem Getriebe war, das der beide Aluminium Gehäuse in dem die Lamellen sind verzogen waren. bei der Überholung meines Vorgängers hat der Mechaniker die Schrauben zu fest angezogen und im bereich der Schraubenköpfe und Muttern hat sich das Alu-Gehäuse nach innen verformt. Das sollte aber eine gerade Fläche sein, weil auch dort eine Lamelle anliegt. Außer das der Arbeitsweg für die Entsapnnung der Lamellen dadurch verkleinert wird, kann es meiner Meinung nach auch zum verformen der Lamellen beim Anpressen kommen, was wiederum dazu führen könnte, das diese immer etwas anneinader reiben...ein Teufelskreis! Zum Glück habe ich noch drei weitere Gehäuse welche in Ordnung waren. Im WHB steht das genaue Anzugsdrehmoment!

Bei der Montage habe ich vorab einen Teller aus der Küche entwendet und mit Hy-Tran gefüllt und jede Lamelle, wie ein zu panierendes Schnitzel, darin gewenden! ;-)

eup-1137018417-e13348d77d32918086cd78cb9965938f-1602306765_big.webp

Hier mal wieder eine der technischen Änderungen Funktionsgleicher Teile.....der Verteilering auf der Agriomatikwelle 

Nachdem beide Pakete montiert und alle Lager/Zahnräder/Synchronkörper/Buchsen etc....in richtiger reigenfolge montiert sind...geht es wieder zurück in das Getriebegehäuse....

eup-1137018417-dcda6aa6e95a638d23246301437adc7c-1602306982_big.webp

eup-1137018417-21b04a42cc758337dce98780e512f2e6-1602307094_big.webp

ist schon eine Bärenfummelei diese recht schweren Teile alle so präziese einzuführen und zu montieren.

eup-1137018417-2c14debee2fe5675276b3abfb292b711-1602307207_big.webp

so langsam füllt sich das Getriebe wieder....am schlimmsten fand ich die ganzen Hydraulikleitungen spannungsfrei zu montieren. Wichtig hier das der Ölverteiler auf der Gruppenschaltstange leichtgänging ist und 78mm entfernt von der Gehäuseaußenkannte sitzt. die drei Ölleitungen mustten ein paar mal nachgereichtet werden, damit er nicht kanntet und sich beim Schalten verschiebt, denn er wird außschließlich durch die Leitungen in Position gehalten und keine weitere Befestigung oder Halterung. Auch hier musste ich auf die Schaltstange und dem Verteiler aus meinem Schlachtgetriebe zurück greifen, die in meinem hatte schon etwas gefressen und ging trotz polieren und einfetten immer hackelig.

eup-1137018417-2b50fff64506208390fb17bbdeb7f2c4-1602307572_big.webp

Für die Justierung der Schaltstangen der 4 Gänge habe ich mir vorher schon extra eine Lehre wie im WHB beschrieben anfertigen lassen....auf den 1/100mm genau! Freunde, das kann man sich sparen, völlig überflüssig, denn die passt garnicht exakt die die Aufnahmen rein und das einstellen kann man ebenso mmit bloßem Auge.

eup-1137018417-f897d0dd24d0445a5d0ae6406add46bb-1602307785_big.webp

Ein bisschen fummelig waren jedoch die Kulgeln für die aritierung Schaltstangen, war alleine nicht so einfach aber hat geklappt.

eup-1137018417-56b78269a15901b9209fcd218df70bc3-1602307884_big.webp

Ein bisschen erschrocken war ich, nachdem ich alle Spreitzscheiben vorne drin hatte und die Kupplungshebel nebst Ausdrücklager montieren wollte. Ich habe ja glücklicher Weise eine Doppelkupplung und die montage in meinem WHB beschreibt intensiv die Einfachkupplung, von der Doppelkupplung ist nur eine einfache Zeichnung abgebildet. Ich hatte bei der Demontage kein richtiges Foto gemacht! Nun hieß es puzzeln und ausprobieren....aber war letzendlich garnicht so schlimm wie befürchtet:

eup-1137018417-984f699e6e02c851e8f8f7f34b520ff4-1602308116_big.webp

nun endlich kann es stück für stück wieder richtung Motor gehen.....

eup-1137018417-94aefbcd38c3f69cc02d765e152a14ce-1602308196_big.webp

So eine Hochzeit kann manchmal sehr schwierig sein, zumindest habe ich da schlechte Erfahrungen im PKW Bereich...bei meinem 439 ging das eigentlich gut...mal gucken...

eup-1137018417-909ab450bbdb46a6d6e496010329ddc8-1602308319_big.webp  
 
Als nächstes musste die hydraulische Lenkung wieder rein:

eup-1137018432-106a9fa645b7e72c2003176b76a576e6-1602308674_big.webp

Bevor es dann weiter ging hab ich erstmal die Zapfwellenstummel aus meinem verrosteten Schaltegetriebe ausgebaut, denn das hatte ja erfreulicher Weise auch eine 1000er.

aber nach genauer prüfung wollte ich den 540er tauschen, den meine waren bereits eingelaufen und er aus dem Schlatebriebe war wie neu......

eup-1137018432-32b2aa9456169d43f2fa8dcf84c7e06d-1602308777_big.webp

hier mal im Vergleich von total verschließen, teilweise verschließen und ohne erkennbaren Verschleiß:

eup-1137018432-9b36208740c86b887d2a296e62f71021-1602309290_big.webp

eup-1137018432-0246f79fb4ebf874026980d5a32ecba9-1602309311_big.webp

eup-1137018432-8a80eb7ffe61bad2e1ea4bbc0e9aabf4-1602309374_big.webp

eup-1137018432-bc05bb5a32361014387060532739f310-1602309390_big.webp

Auch an den Deckeln und Zwischenzahnrädern gab es verschieden Verschleißerscheinungen durch reibung.....

Hier sieht man es deutlich....

eup-1137018432-3d9eadf99ee0a675f3d76c3a7df67013-1602309715_big.webp

Vergleichweise hier nicht:

eup-1137018432-62c258c2db38e7a9cff10d7285ce9f9c-1602309741_big.webp

Zum Glück habe ich ja genug auswahl....

eup-1137018432-6e01d9c7cc3399e0bef8b8dbc8bd8f78-1602309792_big.webp

Neue Wellendichtringe und Nadellager und das Thema ist auch erledigt.....

eup-1137018432-259fcb027bedfb2a77787c075cb98087-1602309830_big.webp

Guckt mal....wie schlecht eine Dichtung vin Granit passt, ich musste alle vorgestanzten Löcher nach schneiden.....

eup-1137018432-2cd02eb74aa6f66de90af7ede0cec43f-1602309975_big.webp

Hydraulickblock, Cockpit, Schalthebel, etc...alles wieder drauf und nun kann endlich ÖL ins Getriebe....

eup-1137018432-66b936bc1f3efb15c7fb76734d2cd9ea-1602310010_big.webp

eup-1137018432-176fc8ec7d83e87836e0fb8422b47d47-1602310107_big.webp
 
Nun kommt die Stunde der Wahrheit!

Ich habe von vorn herein ein Prüfmanometer angeklemmt um die Drosseldüse wieder einzustellen, bevor ich überhaut eine Probefahrt mache. Motor gestartet und los....was nun, kein Druck abzulesen! Ich habe etwas mehr Gas gegeben und den Agriomatikhebel mehrfach geschaltet, sowie dann auch den Gruppenhebel...nix! Ich habe keinen Öldruck! Für mich erstmal unverständlich, da das ja vor der Demontage alles funktioniert hat, ich habe die alte Pumpe und auch das alte Steuergerät wieder verbaut, also sollte es gehen. Das Ansaugsieb ist auch sauber, Öl ist genug drin.......meine Schlussfolgerung war....entweder ist was auf der Ansaugleitung undicht und die Pumpe zieht luft, oder ich Depp habe eine Druckleitung nicht richtig fest angezogen, so das der Druck schon vorher verloren geht. Mit dieser Erkenntnis habe ich die Schalthebel demontiert und bin bei laufenden Motor mit einer schwenkbaren Endoskopkamera im Getriebegehäuse alle Leitungen abgefahren um eventuell eine Undichtigkeit zu finden, leider vergebens da durch die rotierenden Zahnräder eh überall Öl spritzte. Völlig verzweifelt habe ich schon Kopfkino gehabt, wie ich wieder alles auseinander baue......Dies war ein Moment, wo auch ich das fluchen angefangen habe! In solchen Momenten ist es aber immer am besten sich zu besinnen, zur not aufzuhöhren und eine Nacht darüber zu schlafen. Doch dann kam mir noch eine Idee!! Um auszuschließen, ob die Pumpe Luft zieht, oder eine Druckleitung undicht ist, könnte ich ja direkt an der Pumpe gucken ob da Öl ankommt, bzw. ob sie Druck erzeugt, denn ich konnte mich an ein Überdruckventil erinnen.

eup-1137018463-07b18a5790390a957112da3a8976eb8c-1602315665_big.webp

Wenn das Überdruckventil der Agriomatikpumpe öfnnet, geht das Öl über eine Leitung vorne stirnseitig in die Welle wo die Lammelen drauf sind. Ich konnte mich gut daran erinner, weil es sehr fummelig war die dort einzuführen. Diese Öl wird im WHB als Kühlöl bezeichnet, und spült ohne weitere Funktion die Lamellen, wenn diese nicht zusammen gepresst sind. Die Pumpe ist ja an der linken Getriebegehäuseseite mit zwei Schrauben angeflanscht, eine dritte Schraube in der Mitte ist die, wo das Überdruckventil sitzt, alles von außen zugänglich. Würde ich diese Schraube raus drehen und es spritzt Öl raus, fördert die Pumpe, wenn nicht, saugt sie kein Öl an.

Nun ist das ganze bei meinen Schlepper schon wieder anders als im WHB beschrieben! Statt der Blindschraube vor dem Überdruckventil, hat meiner so wie alle CM-Schlepper der etwas neueren Baujahre dort eine Leitung! Diese Leitung geht außen am Getriebe entlang zu dem s.g. Nebenstromfilter. Ich habe dazu zu beginn mal eine Frage im Technikforum gestellt, aber es gab eine einschlägigen Antworten. Hier ist sie:

Da man mit der Zeit festgestellt hatte, das der schwachpunkt der Agriomatic S ein mangelnder Öldruck sein kann, und dadurch die Lamellen durch mangelden Anpressdruck schleifen und kaputt gehen, war die Sauberkeit, sowie das richitige Getriebeöl von höchster Wichtigkeit! Bislang verfügte die Getriebehydraulik einzig und allein über das Ansaugsieb als Filter, welches unglücklicherweise auch noch ganz unten am Getriebeboden sitzt, und somit alles ansaugt was da an Dreck und eventuelle Metallspänen rum schwimmt. Regelmäßige Ölwechsel und reinigen dieses Siebes sind von höchster Wichtigkeit. Die Lebensdauer der kompletten Agriomatik steht und fällt mit diesen Wartungsintervallen. Um das Getrieböl zusätzlich sauber zu halten und die Störanfälligkeit zu reduzieren hat man schließlich diesen Nebenstromfilter eingeführt. Ein Teil des Überdrucköl / Kühlöl welchen die Pumpe im überschuss fördert geht jetzt nicht nur zu den Lamellen, sondern durch den Nebenstromfilter (Wechselpatrone) und von dort innerhalb des Getriebegehäuses mit einer kleinen Stahlleitung bis hinten zum Hinterachsdifferenzial. Dort am Ende ist die Leitung so geformt, dass das Öl in eimem Flachstrahl über Tellerad sowie über das Differenzial gesprüht wird, also eine zusätzliche Ölverteilung an einem wichtigen Getriebteil als Nebeneffekt.

eup-1137018463-f4597932a430f28b9049bb07736306e1-1602313061_big.webp  

Kurz um....bei Schleppern die schon einen Nebenstromfilter besitzen, ist statt der Blindschraube halt eine Hohlschraube mit der Leitung zum Ölfilter....diese habe ich nun abgeschraubt und dann ist es mir wie schuppen von den Augen gefallen. Hinter dieser Schraube, müsste nun eine Feder sitzen, eventuell ein oder mehrere Scheiben für die Druckanpassung der Feder (Vorspannung), und dann hinten drin der Ventilhut den die Feder gegen die Überdrucköffnung in der Pumpe drückt. 

Ja...was soll ich sagen...keine Feder...ich habe sie vergessen, lag noch neben der anderen Pumpe aus dem Schlachtgetriebe weil ich diese vergleichen wollte! 

eup-1137018463-b5c72293110b371bb9e4e13ff1397d92-1602316089_big.webp

Junge Junge....da baut man zwei komplette Getriebe auseinader, kennt das WHB inzwischen fast auswendig, baut ein Getriebe wieder zusammen und vergisst so eine kleine Feder.....mit der Auswirkung, das der ganze Schepper keinen Millimeter fährt. Unglaublich oder?

Feder rein...Schraube angezogen...Schlepper gestartet und im Standgas schon 9 bar, bei Nenndrehzahl 15 bar....nimmt laut WHB aber ab, wenn das Öl wärmer ist. Eventuell muss ich das mit den bereits erwähnten Scheiben vor der Feder noch nach stellen. 

Natürlich habe ich sofort eine Probefahrt im Rahmen der Möglichkeiten gemacht....die Agriomatik schaltet erstklassig und das Gertriebe ist nun leichtgängig...man kann der Schlepper sogar alleine schieben. Auch das extreme Jaulen und summen, sobalt man einen Gang eingelegt hat ist weg. Ich bin sehr erleichtert und zufrieden....natürlich zeigt sich erst ob ich alles richtig genacht habe, wenn der Schlepper richtig eingesetzt wird. Leider ist noch einiges zu tun, aber das Getriebe war sicherlich die größte Baustelle.......

..und es geht bald weiter, ich versuche jetzt am Ball zubleiben. Es muss noch einigens am Moter abgedichtet werden und was eventuell noch Kummer bereiten kann ist die Allradachse, welche ich auch als nächstes in Angriff nehme..

Schönes Wochenende und viele Grüße aus Niedersachsen!

Mark 
 
Hallo Mark,

Ich lese  deinen Beitrag nun schon ne Weile mit und kann dazu nur eins sagen, ich hab wirklich riesen Resepekt vor  deiner Arbeit, was man sieht ist wirklich sauber und fachgerecht ausgeführt.

Vor allem denke ich das die Agriomatikreparatur nicht gerade einfach ist. Bist du beruflich in  dem Bereich tätig?

Bitte weiter so schön detailliert berichten, ich lese gerne mit.

Gruß,

Benjamin
 
Hallo Benjamin, und alle anderen Leser,

vielen Dank für das positive Feedback. Natürlich habe/hatte auch ich riesigen Respekt vor diesem Eingriff. leider hatte ich keine Wahl, ein 30 km/h Getriebe mit Agriomatik S und Allrad ist nunmal eher selten zu finden. Verkaufen kam auch nicht in Frage, denn ich könnte sowas nie verheimlichen oder Leute belügen. Im Verhältnis war der Schlepper trotzdem noch Preiswert, da schon alleine ein 523 oder 624 mit Allrad zu den echten Raritäten gehört.Vielleicht habe ich es auch deshalb lange vor mirt hergeschoben um damit anzufangen. Zum Glück habe ich vom "Linksdreher" alle nötigen Werkstattunterlagen bekommen, an dieser Stelle noch vielen Dank an Ihn, ohne WHB sollte man sowas niemals anfangen!

Zur Frage ob ich damit beruflich zu tun habe, ...nein. Ich habe mal Gas-u. Wasserinstallateur gelernt, habe aber schon von Kind an gerne geschraubt, bin mit Legotechnik, Fischertechnik und Co. groß geworden. Habe als Kind schon wöchentlich mein Fahrad zerlegt und wieder montiert, als Jugendlicher habe ich Mofa gefahren und repariert und restauriert und frisiert um mein Taschengeld aufzubessern. Das gleiche etwas später mit den s.g. 80er. Moppeds und wiederum altersgemäß später mit Autos. Ich bin quasi ein leidenschaftlicher Schrauber, obwohl mir das eigentliche Schrauben garnicht so viel Spaß macht. Es ist eher das Endergebnis was mich dann erfreut, und ich fahre für mein leben gern, besonders stehe ich auf alte Sachen, egal ob Nutzfahrzeug, Traktoren, Autos oder Musik....;-)  Dazu kommt, das mein Stiefvater bis in die 90er noch Landwirtschaft hatte sowie als Lohnunternehmer Lang- u. Kurzholz gerückt hat, später einen Harvester fuhr. Ich war natürlich überall dabei, auch beim schrauben wenn mal eine Maschine kaputt war, so konnte ich mir vieles abgucken und aneignen. Der beste Joker in diesem Spiel ist allerdings mein leiblicher Vater, er hat ende der 60er Jahre hier bei einem Mc Cormick Händler eine Ausbildung zum Landmaschinen Mechaniker gemacht, leider hatte er mit der Agriomatik S so gut wie nichts zu tun. Diese Schlepper kamen damals neu raus und waren natürlich die ersten Jahre nie kaputt, er hatte mehr mit der D-Serie zu tun. Nach der Ausnildung kam der Wehrdienst, damals noch 18 bzw. 24 Monate und dann war er kurz im VW Werk. Die meiste Zeit hat er dann unter Tage bei Kali+Salz Diesellocks repariert und nach schließung unseres Werk hier Vorort war er bei Bobcat und hat Lader und Bagger gewartet und repariert. Zum Mitschrauben wollte ich ihn hier nicht verpflichten, er hat sich seinen Ruhestand schon vor einigen Jahren mehr als verdient. Aber er war jedes Mal hier wenn ich zweifel hatte oder etwas unklar war. Seine Lebenserfahrung und sein fundiertes Wissen über Dieselmotoren und Getriebe jeglicher Art waren definitiv von unschätzbaren Wert und haben mich immer einen Schritt weiter gebracht. 

Ich schreibe diesen Bericht so ausführlich und verweise gern auf Details und eventuelle Lösungen, weil ich der Meinung bin, deshalb bin ich selber hier im Forum. Ich suche hier nach Lösungen für meine Probleme unter "Artgenossen". Ich finde es nur fair meine Erkenntnisse mit euch zu teilen...geben und nehmen...! Ich veröffentliche auch möglichst keine Vermutungen, sondern wesentlich Dinge die mir logisch erscheinen, sich bestätigt haben oder belegt sind. Ich finde es selber immer sehr schade, wenn man eine Frage stellt und zehn verschiedene Antworten ohne jegliche Begründung bekommt. Die meisten Restaurationen beschränken sich zum Glück immer nur auf kosmetische Projekte oder einfache Reparaturen, deshalb auch wenn es viel Zeit in Anspruch nimmt, dokumentiere ich alles so gut wie möglich aber nicht mehr als nötig. Es soll nicht zu aufgebläht werden und sich auf die wesentlichen Schwierigkeiten beschränken. Dank eurer Mühe mir ein Feedback zu geben, weiß ich nun das es mir glücklicherweise halbwegs gelungen ist. 

Bis dahin.....alles Gute und bleibt Gesund!

Ich berichte bals weiter wenn ich an meine Allradachse gehe.....
 
Moin.

In meinen Augen eine gute und richtige Einstellung. Auch aus diesem Grund bin ich hier im Forum und hab es bis jetzt nicht bereut.

Gruß Jürgen
 
Ja da schließe ich mich Jürgens Antwort einfach mal an. Ich repariere, wenn mal was kaputt sein sollte auch selbst, jetzt gerade O-Ringe von der Handbremswelle getauscht, aber so wie du Mark ein komplettes Getriebe aus- und wieder einräumen, das würde ich mir nicht zu trauen. Hut ab.

Gruss Klaus
 
Bevor ich mit der Vorderachse anfangen wollte, hatte ich noch vor die letzte Undichtigkeit an am Hydrauliksystem zu beseitigen. Eine der Verschraubungen vorne an der Pumpe war ebenfalls wie hinten am Hubwerk vom Vorbesitzer mit einer Art Flüssigharz beschmiert, dort tropfte es städig etwas raus. Ich habe das Harz entfernt und hab den Doppelnippel raus gedreht. Da kam das böse erwachen.....

eup-1137021649-8503e6f7b80630c4fbd059bd6ebd9452-1602741289_big.webp

......das Gehäuseteil der Pumpe war an dieser Stelle gebrochen....

eup-1137021649-3bd399e5bebcd45cd53551ebe3a8cdfc-1602741396_big.webp

eup-1137021649-c6391d6eb29895598057331784f4bd85-1602741428_big.webp 

Besonders Ärgerlich ist nun, dass die Pumpe noch voll funktionsfähig war und ich eigentlich jetzt nur diesen hinteren Gussdeckel benötige um sie wieder flott zu machen. Ich habe im Netz für die Boschpumpe sogar eine Exprosionszeichnung mit Ersatzteilnummern gefunden, aber ausgerechnet der hintere Deckel mit integrierten Mengenteiler und Überdruckventil ist nicht mehr lieferbar. Ich hoffe nun das ich eventuell eine Gebrauchte finde, kann sogar defekt sein, da ich ja nur den Deckel benötige. Denn eine Originale Tandempumpe über Case welche diese ersetzt, kostet über 1000,- € im freien Markt von Bosch ca. 700-800 € und ein Alternativprodukt aus dem Ausland immer noch 300-400,- €....sehr ärgerlich.

eup-1137021649-b94b709953b0ecfc2fdc74eb85a6281e-1602742360_big.webp

eup-1137021649-671bd0529fbcfb4c5d33286e340161cb-1602742398_big.webp

eup-1137021649-907f1d3d14e6ade9fc53a97aa693b33a-1602742442_big.webp

eup-1137021649-5b0cd7582da884a82840df3b8bf79258-1602742472_big.webp

Ich überlege gerade, ob man das Teil vielleicht metallisch blank bekommt und einen Doppelnippel in die ausgebrochende Stelle hart einlöten kann!?!
 
Hallo, ich habe noch eine alte Hydraulikpumpe irgendwo rumliegen. Vielleicht kann man da noch was von verwenden. Ich schaue morgen mal nach. Gruß Henner
 
Zu Meiner Vorderachse ist anzumerken, das aus dem Eingang immer Öl tropft, wenn man den Flasch dreht würde ich sagen, dass sie ine normales Flankenspiel hat, jedoch wenn mann mit kraft weiter dreht...dann knackelt es irgendwie über und man kann dann noch etwas weiter drehen. Das ganze geht in beide Richtungen. Meine Befürchtung ist, das eventuell die Lagerung vom Triebling defekt ist und schon Zahnschäden am Triebling und Tellerrad vorhanden sind. das würde bedeuden...es wird sehr sehr sehr teuer!

Zuerst mal den Lenkzylinder ab, der tut sich sehr schwer.....auch hier wieder unbezahlbar ein hydraulischer Abzieher. Ich glaibe die beiden Kugelköpfe waren auch ausgeschlagen.

eup-1137024087-3795681adf9e92e974d173eff2ec0e6f-1603106652_big.webp

eup-1137024087-f3fcaedb180dfe9a751ebc48083119ec-1603106894_big.webp

Diese Seite hat nicht geölt, bin aber nicht davon ausgegangen, dass alles dicht ist, sondern ha eher mit Roststaub im Planetengetriebe gerechnet. Öl war zwar leer, aber zum Glück noch alle Ölfeucht und keine Verschleißerscheinungen zu sehen.....

eup-1137024087-16cb4fb09da047b405942cfd67684f44-1603107035_big.webp

Die Demontage war wirklich recht einfach...

eup-1137024087-aaef3a1b7d93a3d60d7a27652891d3a8-1603107084_big.webp

Sowas halte ich für eine völlige Fehlkonstruktion! Eine Sechskantschraube die so versenkt ist....dort steht immer Wasser und dreck drin und alles verrostet.....die musste ich mit einem Meißel sprengen.

eup-1137024087-d224840351aaf32f16bc3cd8e013fbad-1603107299_big.webp

War auch weiterhin ein Kampf die Platte vom Lagerzapfen zu bekommen

eup-1137024087-e98811fc4b4dc25ab2f85f9ec00f23d1-1603107362_big.webp

Als ich sie mit den Meißeln weit genog hoch hatte, konnte ich mit dem Abzieher drunter, auch der hat es nicht geschacht, musste alle vorsichtig mit dem Brenner wärmen, irgendwann hat es endlicg geklappt!

eup-1137024087-02bda85eb98ef398c743f5f6d645a253-1603107494_big.webp

endlich kann die Welle raus....mit einigen Rostansatz!

eup-1137024087-1a6e0e9cc90a76063dee00f598a5f6ae-1603107556_big.webp

Die Achsschenkellager sind schon mal schrott.....

eup-1137024087-3491ba532b5e38c3a1d0af47c353b43a-1603107603_big.webp

Aus dem Diff-Gehäuse kommt zumindest noch was raus, wenn auch nicht viel, ist aber her eine Mischung aus altem Öl, Wasser und Rost......

eup-1137024087-fc9959b9c33bc9a036d21591e9447a3b-1603107687_big.webp

Die andere Seite hat es mir auch nicht leicht gemacht......

 

eup-1137024087-05c42c7afae1fca626d72166fb183444-1603107749_big.webp

den rechten oberen Lagerzapfen wusste ich echt heiß machen und mit eine großen Rohrzange hin und her drehen und stück für stück austreiben.

eup-1137024087-0379be4e66898c11ee8eded6ec732be2-1603107973_big.webp

so...alles draußen.....auf den ersten Blick ist das Tellerrad und der Triebling in Ordnung! Mal gucken war da so rum knackelt.....

eup-1137024087-15a847f7f8564a79832c311e725ea283-1603108095_big.webp

alles ist mit einem Rostbraunen Film überzogen.......auf jeden Fall konnte ich den Fehler schon finden......
 
eup-1137024096-bb57f7b4f5ecdaf4d9b07e01eae02632-1603108503_big.webp

Hier sind zwei s.g. Achskegelräder in denen die Antribswellen stecken, und vier s.g. Ausgleichskegelräder welche auf einem s.g. Aisgleichstern sitzen und quasi den Geschwindigkeitsausgleich zwischen den beiden Achswellen machen, z.B. bei Kurvenfahrt (Differenzialauagleich). Die haben viel spiel und verkannten regelrecht! Also muss ich das Differenzial auch noch zerlegen.

eup-1137024096-8dc6fa187526580ce5ec4ccf68926e36-1603108736_big.webpeup-1137024096-444e9f8736d1f8c6be963d005113ffcd-1603108747_big.webp

Interessante Art der Schraubensicherung! 

eup-1137024096-3296f810b3d9ef2dad61a33d79ecfbdc-1603108800_big.webp

kleine Reise zurück zu meinem Achskörper und der Frage wie viel alles ausgeschlagen ist...das Axialspiel ist schon mit dem bloßem Auge gut zu erkennen....

eup-1137024096-38c72d8bebf06b33eb982c3f1adb2d80-1603108892_big.webp

Der Mittelbolzen hat es auch hinter sich.....:-(

eup-1137024096-ab8ab5e25cfa2616865b95d5ab4397c1-1603108958_big.webp

zumimndest ging alles gut ab...so kann ich noch weiter gut am Motor arbeiten um einige Dichtungen zu erneuern.....
 
eup-1137024115-ecfe0ed48903bf13119a7c1acf0227cf-1603109470_big.webp

So sieht das ganze geöffnet und aus der Draufsicht aus...die vier Ausgleichskegelräder haben wirklich sehr viel spiel.....

eup-1137024115-53cc31e2a7d80f4a1a653c0126b31f20-1603109553_big.webp

der Stern hat ein paar einlaufspuren, aber es ist nur 1/10mm...das ist also nicht ursächlich...

eup-1137024115-435ad59a2fbc8b49305cb9d1ec0501de-1603109629_big.webp

dieb zwei Achskegelräder haben keine sichtbaren Einlaufspuren haben aber etwas luft, ich glaufe das ist aber normal. Allerdings guckt man hier auch direkt auf die Anlaufscheibe mit den zwei Öltransportkanälen, wenn diese bereits abgenutzt ist, können die Zahnräder weiter ausßeinander, weil bei einem >Kegel bedeutet...erhöhtes Zahnflankelspiel....diese werde ich deswegen versuchen neu von ZF zu bekommen.

eup-1137024115-2ed442f54ae5d11c51517b56b865741b-1603109857_big.webp

die vier Ausgleichskegelräder wurden schon mal gebuchst!!! Das iat nicht original...denn Sie sind passend, das sie auf den Stern passen, ein Gleitlager ist dort original nicht vorhanden. Der das gemacht hat, hat auch Bronzebuchsen verwenden. diese laufen bei den vorhandenen Drehzahlen und dem Druck der dort entsteht, viel zu schnell ein. Eine Selbstschmierung wie Bronzebuchsen es mit sich bringen ist eigentlich in einem Ölbad nicht nötig. Ich denke Hartmetallbuchsen wären hier besser angebracht, denn der Stern und die Zahnräder sind ebenfalls Oberflächengehärtet und laufen aufeinander!

eup-1137024115-26f54f9428249b62dbdef1ca8bdb1b5d-1603110122_big.webp

zu den vier Ausgleichskegelrädern gehören ebenfalls vier Anlaufscheiben, welche für das Axiale Spiel zuständig sind, sollten ebenfalls neu.....

eup-1137024115-11c4662d52519c37b26827be6856e8b7-1603110277_big.webp

Die Buchsen (Gleitlager) sind standart....18x20

Ich habe schon mal im Netz geschnüffelt...der Stern und die sechs Räder locker 1000,-€. Ich besorge erstmal neue Gleitlager und gucke wie das dann so läuft.

eup-1137024115-fc6e64df0afc756f2245ced5a78b8aac-1603110447_big.webp

Wenn man genau guckt, sieht man das die fast 1mm spiel haben.....

eup-1137024115-74d58755f975212604880cd077acb9b2-1603110512_big.webp

eup-1137024115-e0be6d72a3cec0e88e4354583e1a9405-1603110554_big.webp

eup-1137024115-38204659e714cdb699724caf6100041b-1603110573_big.webp

da die äußeren Lagerschalen der Timkenlager mir nicht wirklich gefallen, kommen die auch neu. Das sind ja normale Lager die überall erhältlich sind.
 
Leichter gesagt als getan.....

eup-1137024126-9b540cd261866149965f4b369b6ffe17-1603110923_big.webp

eup-1137024126-c5e11975a0c1658c0a6e11389ec8cf84-1603110958_big.webp

hab dann den Lagerkorb zerstört und den inneren Lagerring angewärmt, nichts....zuletzt hat es meinem Abzieher zerstört....

eup-1137024126-40c8a68aa4ba20bafcea8efb20dafdc9-1603111046_big.webp

also weiter wärmen....mit einem Meißel etwas hoch treiben und dann mit dem großen Abzieher drunter, auch der hatte echt zu kämpfen....aber dann ging es.

eup-1137024126-97f58ecf5328c3904ee8409344d11d8b-1603111110_big.webp

Das ganze dann noch mal bei dem zweiten Lager, die übrigens nicht gleich sind...

eup-1137024126-a493b3ec2944db3b3ff963b048d9c671-1603111168_big.webp

eup-1137024126-68c6fbe5e87f2f80fd8676b5cf36f446-1603111206_big.webp

eup-1137024126-cd03253374d7bc62c6c0ebf064d0f1af-1603111256_big.webp

Lagerflächen poliert und fertig für den neueinbau.....dann gehts auch leichter

eup-1137024126-58854e4aebad03564ed4fc98cb05d5e0-1603111325_big.webp

nun noch den Flansch vom Eingang, denn hier war der Wedi undicht, den hab ich auch schon da.....

eup-1137024126-4db2ccb2a71733f1052c3b8f73d4993f-1603111390_big.webp

Das Achsgehäuse hab ich schon mal mit dem Hochdruckreiniger von innen und außen gereinigt. Hier müssen auch noch die Lagerschalen von den viel Achsschenkellager raus. Ich weiß noch nicht wie, die sitzen auch ganz schön fest......und weder mit einem Abzieher noch einer Presse kommt man da dran...?!?

eup-1137024126-943c3ff53e5dd1b3655175e1a0930822-1603111513_big.webp

So...das Wochenende ist schon wieder vorbei.....ich muss jetzt erstmal eine Liste aller benötigten Teile erstellen und rechaieren ob ich die speziellen ZF Teile wie die Anlaufscheiben und diese speziellen zwei Huth-Ringe, welche als Staubschutzring vor dem Wedi sitzen, noch bekomme. vermutlich kann ich erst in 1-2 Wochen weiter machen.

Bis dahin...viele Grüße

Mark 
 
Hallo,

super interessanter Beitrag👍 Bitte weiter machen.

Die Lagerschalen kannst du folgendermaßen rausbekommen: Du schweißt zwei Muttern am Lagerring an und drehst ihn mit einer Schraube raus. So hat‘s bei mir funktioniert. Durch das Schweißen kommt außerdem ordentlich Wärme an die Schale so dass sich diese gut löst. 

Gruss

Georg
 
Zurück
Oben Unten