Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man mit grüner Nummer NUR LuF-Aufgaben durchführen darf.
Man DARF durchaus auch dem Nachbarn beim Umzug helfen, man muss nur "steuer-ehrlich" dabei bleiben, und ein wenig voraus planen.
Rechtzeitig vor dem Umzugstermin schreibt man sein für die Kfz-Steuer zuständiges Finanzamt an, teilt sein Ansinnen mit und erklärt sich bereit, die Kfz-Steuer für einen Monat (das ist leider die "Mindest-Laufzeit") zu bezahlen.
Gleiches hätte der Mensch, der samt Försterkarre hinten dran mit seinem Sohn auf Urlaubsreise ging, auch besser machen soll. Für irgendwas um 15-30 Euro (je nach Schleppergröße) ist man dann völlig legal.
Meiner Versicherung ist es völlig gleichgültig, welche Farbe die Schrift auf meinem Kennzeichen hat und was ich mit meinem Schlepper so anstelle (solange ich nicht alkoholisiert oder sonstwie fahrlässig damit umgehe...).
Und ich bin sehr preiswert bei der Fahrlehrer-Versicherung versichert, obwohl ich nie Fahrlehrer war.
Natürlich bekomme ich bei denen NICHT deren Fahrlehrer-Tarif, aber der Tarif für "Normalos" ist auch schon sehr gut, der Service auch!
Ich glaube kaum, dass jemand so spitzfindig sein wird, bei einer einmaligen "schwarzen" Verwendung eines ansonsten für LuF genutzten Anhängers eine Zulassung samt TÜV zu verlangen. Denn der Hänger bleibt ja im Prinzip ein LuF-Anhänger und wird sehr überwiegend dafür genutzt.
Ob und wie man eine grüne Nummer bekommt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Durch solche Steuerbefreiungen will die jeweilige Landesregierung ja irgendwas fördern, in jedem Fall Landwirte.
Bei uns in Rheinland-Pfalz steht die Grüne Nummer aber auch Hobby-Tierhaltern zu, WENN sie Einnahmen haben (was nix mit Gewinn machen zu tun haben muss).
Wir halten 4 Pferd, 3 Mulis und 2 Esel auf ezwa 6,5 ha, eigentlich nur zu unserem Vergnügen. Nun ist aber ein Pferd von einem Mädel aus dem nachbarort bei uns eingestellt, die zahlt da auch was für. Wir machen das vor allem, damit wir auch mal in Urlaub fahren können und dann jemandfen haben, der auch nach unseren Tieren schaut.
Durch DIESE Einnahmen hat mein IHC ‘ne Grüne Nummer.
Der durch die Steuerbefreiung beabsichtigte "Förder-Effekt" besteht darin, dass wir mit unseren Tieren die Landschaft offen halten. In der Eifel ist nämlich die Landwirtschaft inzwischen os unrentabel, dass immer mehr Grünflächen von "Hobby-Tieren" beweidet werden müssen, sonst verbuschen sie. DAS wäre eine ökologische Katastrophe, der Staat müsste eingreifen und mit Steuergeldern die Flächen regelmäßig mulchen lassen.
Das erspart er sich auf meinen 6,5 ha, dafür darf ich steuerfrei Traktor fahren.
Wenn man gründlich nachdenkt und ein wenig kreativ ist, kommt man schon zu einer Grünen Nummer, für die es oft eine vernünftige Rechtfertigung gibt.
Trägt nicht jeder, der Holz macht oder dabei hilft durch CO2-Einsparung dazu bei, dass der Klimawandel gebremst wird?