Aufarbeitung IHC 744

*Hen_Rik744*

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4 Dezember 2022
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Hallo zusammen. Ich habe mir im Herbst vergangenen Jahres einen 744 in der näheren Umgebung gekauft. Wollte immer schon einen eigenen Schlepper haben, den ich mir dann fertig machen kann. Dieser soll auch später in die Brennholzproduktion für zuhause involviert werden. Es soll also kein reines Ausflugsfahrzeug werden, sondern in erster Linie ist er zum Arbeiten angedacht. Achja ich bin kein Hofbesitzer o.ä. sondern muss alles mit begrenzten Mitteln und oftmals unter Freiem Himmel reparieren/machen.

Hier mal ein Foto direkt nachdem ich ihn abgeholt habe Ende August.

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Istzustand laut Verkäufer:

- Fahrbereit, sprich Motor startet und läuft, Batterie allerdings schwach

- Getriebe arbeitet normal. Gänge springen nicht raus

- Lichtanlage komplett ohne Funktion

- Kühler undicht, Verkäufer hatte sich schon einen neuen besorgt, den er dabei legt

Laut Fahrzeugschein ein 744-S, Baujahr 1977 mit ab da 70 PS Dauerleistung. Hubraum sind 3850ccm eingetragen, warum auch immer. Für den D-239 stehen meines Wissens nach 3911 ccm eingetragen.

Vorab, ich habe schon einiges gemacht am Schlepper, was ich jetzt nach und nach mitteilen wollte. Es wird sich allerdings fast komplett auf technische Reparaturen bzw Erneuerungen beschränken. Die Optik ist mir für den Einsatz der Maschine eher unwichtig. An Vorkenntnissen bzw Know-How bringe ich folgendes mit: Landtechnikaffinität durch Verwandtschaft, Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice zwar angefangen, jedoch abgebrochen nach Motorradunfall, dann Maschinenbauingenieursstudium und anschließend Prüfingenieur für HU/AU, landläufig TÜV-Prüfer genannt.

Grüße Henrik 
 
Hallo, der 744 sieht auf dem Bild sehr schön aus, finde ich. Optisch würde ich nichts dran machen. Originaler Lack, wenn ich das richtig sehe, ist immer toll. Und wenn der Motor zuverlässig läuft, fürs erste, dann sind es ja nur "Kleinigkeiten " die zu machen sind. Glückwunsch zu dem Kauf und viel Spaß beim aufarbeiten. Daumen hoch von meiner Seite 
 
Moin zusammen. 

Eine zusätzliche Baustelle habe ich vergessen zu erwähnen, die sich mir erst im Zuge der Überführung offenbart hat. Doch eins nach dem Anderen. Der Verkäufer hatten den Schlepper selbst nur für kurze Zeit und wollte sich den eigentlich selber fertig machen (daher auch der neue von ihm besorgte Kühler), hat dann jedoch festgestellt, dass er ihm doch etwas zu groß ist für seine engen Stallungen. Frontlader wollte er nämlich auch noch nachrüsten etc. Wie dem auch sei, er hat ihn nach kurzer Zeit wieder verkauft. Beim Verkaufsgespräch hat er mir noch gesagt, dass der Vorbesitzer, ein Vollerwerbshof (1.Hand), wohl die Bremsbelagscheiben vor nicht allzu langer Zeit noch erneuert hat. Er könne aber nicht viel mehr dazu sagen, da er die Achstrichter selber auch nicht gezogen hat. Bei der üblichen Probefahrt habe ich dann auch wirklich sehr gut ansprechende Bremsen (hdyr. Nassbremse) vorgefunden. Gesagt, getan. Sind uns über den Verkaufpreis einig geworden und der Tag der Überführung stand an. Das einzig kritische war in meinen Augen der undichte Kühler, aber für eine Fahrt von ca. 6 km bis zum Ziel wollte ich falls nötig zwischendurch einfach Wasser nachkippen und fertig. 

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Wie auf dem Bild zu sehen, das Stück hatte die besten Zeiten hinter sich. Das Wasser lief gemütlich unten raus. Aber mit Gieskanne bewaffnet sollte das kurzfristig reichen.

Nun also zur Überfahrt an sich. Nach einer Strecke von 2 km nämlich bemerkte ich, wie der Trecker immer langsamer wurde, obwohl ich konstand Gas gegeben hatte. Es machte sich ein immer stärker werdendes Bremsgeräusch, sowie schwerer arbeitendes Getriebe bemerkbar. Tatsächlich musste ich mitten auf der Landesstraße über den Grünstreifen auf den Fahrradweg rüber ziehen, um nicht einfach auf der Hauptstraße liegen zu bleiben bei drohender Bewegungsunfähigkeit. Rätselraten und steigende Nervosität kamen auf. Einmal rückwärts gefahren und die Bremse hatte sich wieder etwas gelöst. Also weiter gefahren, denn ich musste irgendwie ans Ziel kommen. Dann wieder nach 1-2 km saß die Bremse wieder fest und diesmal so richtig, mit schreihender Bremse und keine Chance irgendwie ans Ziel zu kommen. Ich stand mitten auf einer Autobahnbrücke der A31, allerdings auf einer sehr wenig befahrenen Bauernstrecke. Ich musste selber einsehen, dass es keine Sinn hatte mit Gewalt weiter zu fahren. Also habe ich einen befreundeten in der Nähe wohnenden Lama-Schlosser angerufen, der mir auch sofort zu Hilfe gekommen ist. Er hat mir echt den Arsch gerettet. 7er Ring dabei, einmal die Entlüftungssschrauben der Bremse lösen und die Bremsflüssigkeit spritzte im hohen Bogen hinaus. Bremse war gelöst, ich überglücklich, dass ich nicht auf der Autobahnbrücke übernachten musste und konnte dann die Weiterfahrt unter Einsatz der Handbremse fortsetzen. Schlussendlich am Ziel angekommen (Das erste Bild vom 744 in meinem ersten Beitrag ist genau diese Situation), aber natürlich auch frustriert aufgrund einer weiteren Baustelle und ungewissem Aufwand und Kosten, diese zu beheben. Mein Bekannter hatte mir noch den Rat gegeben, mir den Hauptbremszylinder mal anzuschauen, bzw überholen zu lassen. Hab den Hauptbremszylinder auch zeinah ausgebaut, konnte aber zunächst keine Fehler entdecken. 

Habe mich dann als erste Baustelle an den undichten Kühler gemacht. Ausbau ging gut vonstatten und zeitnah hatte ich den neuen Kühler eingebaut.

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Hier kann man erahnen, dass dort der Schmutz, Staub, Öl, Kraftstoff, Kühlerwasser, etc der letzten 50 Jahre drin sitzen. Durch den Ausbau der Batteriekonsole konnte ich dies alles fein säuberlich reinigen und die Ablaufbohrungen frei legen. Dafür war schon teilweise schwerer Kraftaufwand nötig um den verhärteten Kitt zu lösen. Ich weiß nicht wie man die Bilder drehen kann. Vllt weiß das jemand hier.

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So Kühler drin, einmal kurz an die Luft gesetzt den Schlepper und laufen lassen. Motor läuft, dann aber die nächste Überraschung. Wasserpumpe undicht. Hurra, alles wieder auseinander bauen. Pumpe, Schläuche, neues Thermostat und neuen Riemen bestellt und warten bis zum nächsten Wochenende. 
 
Hallo Henrik,

einen schönen Trecker hast du dir da gekauft. Hoffentlich kommen da nicht noch mehr Baustellen auf dich zu. Zum Kühler möchte ich nachtragen, dass ich bei meinem 724 den kaputten Kühler gegen einen aus einem 844 getauscht/umgebaut habe. Die Kühler sind an sich baugleich außer die beiden seitlichen Halter.

Diese sind am eigentlichen Kühler nur angelötet.

Bei beiden Kühler waren fast alle Lötstellen schon gebrochen.

Hier in der Gegend sind ja mehrere IHC Teilehändler wo man zu fairen Preisen Teile bekommen kann.

Wenn ich mal unterstützen kann helfe ich gerne 

Grüsse aus Raesfeld

Klemens 0175/4124840
 
Moin,

Besten Dank erst mal für die Kommentare. Also ich habe durchaus noch die eine oder andere Sache machen dürfen, aber habe bis jetzt alles hin bekommen. Komme gerne auf das Angebot zurück wenn ich mal nicht weiter komme.

Das mit den ausreichenden Ersatzteilen kann ich bestätigen. Da gibt es hier in der Gegend genügend. 

Die nächste Episode schreibe ich die Tage mal hier rein. Nur so viel. Es blieb spannend. 

Gruß aus Gescher
 
...ein wenig aufpolieren u. vorn die Kotflügel richten, oder erneuern, stände ihm aber schon ganz gut!?

Gruß ;-))

__________________________
Gaggenau / Neuss / Forstern
 
Moin zusammen,

zu den Kotflügeln sage ich später noch was. Mein Vater, der auch Spaß am Basteln hat und mir viel hilft, hatte sich da schon gekümmert. Aber das kommt später.

Zunächst stand erst mal das Projekt Wasserpumpe an. Ich habe von der IH-Werkstatt in meiner Nähe den Tipp bekommen, dass ein bestimmter Stehbolzen gerne abreißt und man in dem Falle bis in den Motorblock durch den Wasserkasten durch aufbohren muss. Daher war seine Empfehlung, falls man das Gefühl hat, der Bolzen reißt ab, besser stehen lassen und und den Schraubenkopf oben drauf kappen. Dann ein Stück abschneiden vom Bolzen und eine M8 Gewindestange aufschweißen, um dann die Wasserpumpe mit einer Mutter an der Stelle zu fixieren.

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Ich habe versucht den Bolzen zu lösen, aber auch mit Erhitzen, Hammerschlägen (nicht zu doll, sonst reißt womöglich noch der Wasserkasten) auf den Schraubenkopf, und sonstigen mir zur Verfügung stehenden Mitteln hatte ich keinen Erfolg. Also habe ich die Methode Gewindestange aufschweißen angewendet, und siehe da, das Ergebnis kann sich, wie ich finde, sehen lassen. Für Aufbohren bin ich an der Stelle auch einfach nicht mutig genug :) Alle anderen Schrauben bzw. Muttern haben sich auch echt gut lösen lassen. Es handelte sich wirklich nur um diese eine "Problem"-Schraube.

Nach dem Schweißen habe ich dann noch gründlich alles gereinigt und die Pappdichtung der Dichtfläche entfernt. Neue Pappdichtung beidseitig mit Hylomar eingeschmiert und die Wasserpumpe angebracht. Fertig.

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Schlepper angestellt und geguckt ob alles läuft. Wasserpumpe ist dicht, Schweißverbindung hält. Alles gut gelaufen. Seitdem ist die Baustelle Kühlsystem auch abgeschlossen, denn neue Schläuche und neues Thermostat hab ich zur Sicherheit auch direkt mit gewechselt.

Als nächstes habe ich mich dann der Bremse gewidmet, wo ich zu dem Zeitpunkt ja immer noch nicht weiter war. Zum Thema Bremse und welche Bremsflüssigkeit (HyTran oder DOT4) gibt es ja auch ca. 1000 verschiedene Meinungen. Ich werde mal meine Erfahrungen und Kenntnisse zu dem Thema mitteilen. Zunächst war ich nämlich auch der Meinung, dass die Vorbesitzer des Schleppers hier einen Fehler begangen hatten, denn sie hatten als Bremsflüssigkeit DOT4 verwendet. Ich war da jedoch der Meinung, dass zwingend HyTran drauf muss, wie es ja auch das Werkstatthandbuch vorschreibt und es mir eine weitere IHC Werkstatt auch bestätigt hat. Jedenfalls hatte ich dies als mögliche Ursache für meine ständig schleifende und immer stärker ziehende Bremse als mögliche Fehlerquelle auserkoren. Dann jedoch habe ich durch Zufall auf der Arbeit von einem alten Meister, der bei IHC gelernt hat, erfahren, dass die Behauptung, es müsse immer zwingend HyTran auf die Bremse, nicht ganz richtig sei. Sein alter Meister hat ihm damals wohl immer gesagt, er müsse vorher gucken was auf dem Deckel des Hauptbremszylinder stehe. Wenn da HyTran drauf steht muss da auch HyTran rein. Wenn da DOT4 drauf steht, muss da entsprechend DOT4 rein. Habe ich natürlich bisher nicht drauf geachtet, und habe ich dann sofort nachgeschaut.

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Tja was soll ich sagen. Anscheinend stimmt es wirklich, dass manche IHC Modelle mit DOT4 Bremsflüssigkeit betrieben werden müssen und andere mit HyTran. Bitte nehmt es erst mal so hin, auch wenn der ein oder andere vllt eine andere Meinung zu dem Thema besitzt.

Jedenfalls hatte ich die Vermutung, dass die alte Bremsflüssigkeit vielleicht einfach zu alt und schmodderig geworden ist, sofass sie nicht über die Rücklaufbohrung zurück in den Ausgleichsbehälter laufen kann, oder das generell irgendwo Dreck drin sitzt. Kurzerhand Bremsflüssigkeit gewechselt und gehofft, dass bei der nächsten Fahrt alles besser wird. Es kam auch eine ziemliche "Soße" heraus, aber das war nicht die Lösung des Problems, wie ich auf der nächsten Überführungsfahrt nach Gescher feststellen musste. Habe natürlich direkt als ich gemerkt habe, dass sich die Bremse wieder fest zieht, die Entlüftungsschrauben geöffnet und bin mit Handbremse weiter gefahren. Die Lösung des Problems habe ich dann in meinem nächsten Beitrag parat.

Bin mal gespannt, ob der ein oder andere vllt ähnliche Erkenntnisse zum Thema Bremsflüssigkeit gesammelt hat. Wie gesagt, das sind Informationen aus erster Hand. Das wird so falsch nicht sein. Aber es hat mich ziemlich überrascht, dass es solche Ausnahmen geben soll, wenn selbst das Werkstatthandbuch klar HyTran vorschreibt. 
 
Hallo

Das mit der Wasserpumpe ist dir doch gut gelungen.

Ich kann auf dem Bild keinen angeschweißten Bolzen erkennen.

Auf die Sache mit der Bremse bin ich gespannt.

Weiter so, Schönen Sonntag, Gruß Micha
 
Moin,

Micha wenn du ihn nicht erkennen kannst dann ist mir das Schweißen ja wohl gelungen :) Danke dafür.

Hatte auch Bedenken ob das wohl wirklich hält, aber bis jetzt ist er heile geblieben.

Nun ja, weiter gehts, ich habe mich meiner festziehenden Bremse gewidmet. Die Überlegung ging jedenfalls da hin, dass ich mir noch mal genau die Bremspedalstellung im unbelasteten Zustand angesehen habe.

Laut Betriebsanleitung ist das Spiel zwischen dem Stößel des Hauptbremszylinderkolbens und den beiden Endstücken des Bremspedals auf 1-2 mm einzustellen.

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In meinem Fall konnte ich nur die Entdeckung machen, dass das Pedal schon direkt am Stößel angelegen hat, oder, was noch schlechter wäre, der Stößel schon leicht unter Spannung im eingebauten Zustand anliegt. Also im Endeffekt gar nicht richtig entlastet bei nicht betätigter Bremse. Aber das bisher nur Vermutung.

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Wie hoffentlich zu erkennen, kein Spiel vorhanden. Ich wollte also das Spiel einstellen, konnte aber mittels der Einstellschrauben am Lenkbremsventil kein Spiel einstellen, da das Bremspedal schon seine maximale Auslenkung erreicht hatte. Ich habe also nur noch den Abstand der Einstellschrauben zum Lenkbremsventil vergrößert, welches mich nicht zum gewünschten Ergebnis gebracht hat, da sich ja nach wie vor kein Spiel zur Stößelstange eingestellt hat.

Folglich habe ich den Hauptbremszylinder auseinander gebaut und noch einmal untersucht. Dieses mal habe ich ihn komplett auseinander genommen, was ich eigentlich vermeiden wollte, da ich mir nicht sicher war, ihn wieder genau so dicht zusammen zu bekommen. Nach längerem Rätselraten und ausprobieren habe ich dann des Rätsels Lösung gefunden. Mit etwas Fummelei und vorsichtigem Ziehen und Prockeln habe ich schließlich die Kolbenstange aus dem Kolben heraus bekommen. Ich war zuvor der Meinung, dass Kolben und Kolbenstange fest miteinander verbunden sind, über eine wie auch immer geartete fixe Verbindung.

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Nun erschloss sich mir auf einen Schlag, was vermutlich zum langsamen aber stetigen Festziehen der Bremse geführt hatte. Diese Kolbenstange war länger als original. Somit konnte eine volle Entlastung der Bremse (bei unbelastetem Bremspedal) niemals eintreten.

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Ich behaupte mal, dass eine Kolbenstange so nicht ab Werk verbaut wird (Wie auf dem Bild, so unmittelbar nach Ausbauen vorgefunden). Ich kann nur Raten, dass der Vorbesitzer selber einmal Probleme mit der Kolbenstange hatte (vllt mal abgebrochen) und diese schließlich selbst neu angeschweißt hat, ohne jedoch darauf zu achten, dass sie wieder ihre ursprüngliche Maximallänge hat. Ich habe die Kolbenstange schließlich passend eingekürzt und den Hauptbremszylinder wieder zusammen gebaut und dann am Schlepper eingebaut. 

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Nun ließ sich auch das Stößelstangenspiel einstellen und ich konnte sicher sein, dass zumindest vom Hauptbremszylinder ausgehend, die Bremse im unbelasteten Zustand verblieb. Abschließend wurde noch einmal die Bremsflüssigkeit gewechselt und der Trecker läuft seitdem 1a. Die Lenkbremse funktioniert auch noch einwandfrei, auch wenn ich sie nicht bräuchte. Da hätte theoretisch auch noch eine Fehlerquelle vorliegen können. Beim Achsölwechsel später habe ich dann auch gesehen, dass die Bremse mit zu wenig Öl gelaufen hat. Das bisschen Öl, welches noch raus kam war auch komplett schwarz vom Bremsruß. Ich denke irgendwann werde ich mir mal die Arbeit machen und die Achstrichter ziehen, um die ggf. Beläge noch mal zu wechseln. Ich hoffe die Bremsautomaten haben durch das Heißlaufen nicht zu sehr gelitten. Das würde mir dann auch leid abgehen, wenn die nur wegen so einer Sch**** kaputt wären. 

Nun ja bis jetzt bremst der Schlepper jedenfalls wirklich gut und die Bremse läuft frei. Hoffe euch gefällt meine ausführliche Berichterstattung, da ich denke, hinter vielen Reparaturen steckt oft eine längere Geschichte, als man auf einem Bild erahnen kann. 

Hatte von euch vllt auch schon mal jemand ein ähnliches Problem mit seiner Bremse, abgesehen von "normalem" Verschleiß?

Grüße und schönen Sonntag

Henrik
 
hallo bei einem IHC der 44 Serie gehört Öl auf die Bremse und niemals Dot4

der Grund ist es gibt kein Dichtungsmaterial was Öl und Dot4 verträgt

am Bremskolben ist auf der einen Seite Achsöl und auf der anderen Bremsöl
 
Moin,

die Bremse sitzt doch zwischen Differential und Enduntersetzung, die sind doch trocken, oder liege ich da völlig schief? Ich habe bei einem 644 die Bremsen gemacht, die waren allerdings mit Gestänge und trocken.

Gruß

Frank
 
Moin je nach Ausstattung

wenn Bremsgestänge vorhanden natürlich trocken ,

sonst eben mit Hytran in den Achstrichtern und im Bremsgeber.

Wer weiss vielleicht ist ja auch mal das Getriebe getauscht worden.

Bremsautomaten hat die Ölbremse nicht nur Druckplatten und 2 Belagscheiben,

würde dringend das WHB dazu empfehlen.

DOT 4 hat da wie geschrieben nichts drin zu suchen im Unterschied zur 46er Serie.

Da sollte man genau nachschauen sonst war es das mit den Dichtungen.

Grüße Fred
 
Moin,

Danke erst mal für die Rückmeldungen. Wie ich in einem früheren Beitrag ja schon geschrieben habe, habe ich nicht ohne Grund Bremsflüssigkeit aufgefüllt. Ich habe in dieser Frage dem Meister vertraut, der mir den Hinweis gegeben hat, dass man auf den Deckel achten soll. 

Aber gut ich werde sehen, was am Ende dabei heraus kommt. Hat jemand hier Erfahrungswerte wie lange es dauert bis die Dichtungen porös werden, denn der Trecker wurde vorher ja auch schon mit Bremsflüssigkeit betrieben. Müsste man, um die Bremsflüssigkeit komplett raus zu bekommen nicht sowieso die Achstrichter ziehen? 

Gruß Henrik 
 
Hallo Henrik

sollte das wirklich stimmen mit der Bremsflüssigkeit was der Meister sagt dann kannst du ja weiterfahren,

wer weiss warum das so ist, vielleicht hat jemand aber die Kolbenstangen-Bastellösung mit deinem Bremsgeber auch nachträglich umgebaut.

wie lange die großen O-Ringe im Bremskolben das mit DOT4 aushalten keine Ahnung.

in meiner Betriebsanleitung für 644 744 844 und 844 S von IHC Druckdatum 9/78 steht ausdrücklich zur Nassbremse die Benutzung von Hydran drin , ansonsten ist die Betriebssicherheit gefährdet.

Ganz raus bekommst du das aber ohne öffnen der Achstrichter nicht, am Ölanschluss des Achstrichters ist eine Entlüftungsschraube, vieleicth mit Unterdruck absaugen.

Grüße Fred
 
Ob die Betätigung der Bremse hydraulisch (per Bremsflüssigkeit) oder aber mechanisch erfolgt hat doch nichts damit zu tun, ob man nasse (Getriebeöl/Hytran) oder trockene Bremsen hat, oder?

Gruß +Matthes+
 
Hallo Matthes

der Bremskolben im Achstrichter liegt  ja halb  und halb mit einem trennenten Medium O-Ring ( wahrscheinlich NBR )  mit ca 7cm  Durchmesser komplett in Hydran-öl ( Druck- wie Bremsbelagseitig) .

Aus anderen Bereichen weiss ich das die O-Ringe je nach Material nicht immer DOT 4 und Öl gleichzeitig vertragen können.

Im Gegensatz zur 46er Serie mit DOT 4 wo am Ende ein normaler Bremskolben wie beim normalen PKW mit alter Trommelbremse benutzt wird und dieser kein Kontakt mit Öl hat,

hier werden EPDM O-Ringe eingesetzt.

Wahrscheinlich hat jemand da einen Tausch aus einen 46er in das 44er Modell gemacht.

Hoffe das hilft weiter was ich meine.

Grüße Fred
 
Guten Abend, 

Ich danke euch für die Informationen. Ich werde vermutlich erst mal so weiter fahren, da ich hier ehrlich gesagt etwas zwischen den Stühlen stehe. 

Wie gesagt, ich kenne das WHB und das man ausdrücklich nur HyTran verwenden soll auf der einen Seite. Auf der anderen Seite habe ich dieses "Spezialwissen" von meinem Bekannten. Da weiß man manchmal nicht so recht was man machen soll. 

Wenn ich Pech hab müssen halt irgendwann mal die Dichtungen neu. 

Danke und schönen Abend 

Henrik 
 
N‘abend zusammen,

so weiter gehts. An der Elektrik musste auch einiges gemacht werden, da hier nichts funktionierte, außer die Zündung selber, um den Schlepper zu starten.

Also habe ich das Armaturenbrett gelöst und es komplett ausgebaut. 

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Hier haben sich mir zunächst sehr viel Staub und Schmutz offenbart, welchen ich mit Handfeger und Kehrblech heraus befördert habe, um schließlich alles etwas gründlicher zu säubern.

Ich habe nun auch gesehen, weshalb der Traktormeter nichts mehr angezeigt hat. Die Traktormeterwelle lag nur noch unten drin. Und nicht nur das, sie war auch noch zu kurz :D

Bin noch nicht dahinter gekommen, wieso man eine zu kurze Traktormeterwelle einbaut, die dann einfach liegen bleibt ohne Funktion. Habe dann eine neue mit passender Länge bestellt und eingebaut (Die auf dem Bild oben, ist die neue).

Nun zeigt das Traktormeter wieder die Drehzahl und folglich auch eine Geschwindigkeit an, allerdings zeigt er eine Leerlaufdrehzahl von ca. 1400 1/min an. Etwas viel, ich frage mich, ob das Winkelstück unten am Motorblock auch kaputt ist. Der Stundenzähler läuft ganz normal weiter seitdem. 

Die Reinigung des Armaturenbretts hat etwas Feingefühl erfordert und es mussten auch einige Kabel, an denen die Isolierung schon durchgescheuert war, neu isoliert werden etc. Die Arbeit hat sich  jedoch bezahlt gemacht.

Die Reinigung, sowie die Funktionsprüfung von Traktormeter und Öldruck-/Tankanzeige habe ich in dem gleichen Arbeitsgang auch erledigt. 

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Die Reinigung der elektrischen Leitungen unterhalb der Kabine habe ich durch das Demontieren der Hinterräder vorgenommen, da man so besser an den Kabelsalat dran kam. In den Verbindungselementen saß so viel Dreck drin, dass es kein Wunder ist, dass hier kein Strom fließt.

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Alles schön in Isolierband eingewickelt und noch mal Kontaktspray hinein. Dann noch an den einzelnen Leuchten die Kontakte von Oxid befreit und Kontakte zurecht gebogen, sodass sich nichts mehr gegenseitig berühren konnte. Die Kontakte vom Bremslichtschalter mussten wieder am Hauptbremszylinder angeschlossen werden. Einige Masseklemmen von Kennzeichenbeleuchtunge etc mussten noch gesäubert werden. Ein Abblendlicht musste erneuert werden, da hier die Kontakte abgebrochen waren. Die Anhängersteckdose habe ich komplett ausgetauscht gegen eine Neue. 

Der Anlasser hat eine komplette Überholung bekommen inklusive neuem Anker. Die Batterie ist neu gekommen, sowie das Masseband. Bei der Vorglüheinrichtung musste das Kabel wieder angeklemmt werden, da dieses nur daneben hing. Auch diese funktioniert nun wieder. Zum Thema Elektrik soll es das gewesen sein. Seitdem funktioniert alles an der Beleuchtung wieder, sowie das Startverhalten hat sich verbessert.

Die nächsten Baustellen waren die Überholung des Dieteg Verdecks (F8000), bei denen unter anderem die Gasdruckfedern getauscht werden mussten. Dann folgte noch mehr oder weniger eine große Inspektion. Außerdem habe ich bzw. mein Vater die Kotflügel vorne überarbeitet. Spiegel sind auch noch dran gekommen.  

Achja den Luftdruck der Reifen hatte ich zwischenzeitlich auch mal überprüft und angepasst. War doch auch ziemlich wenig. Danach fuhr er sich auch spürbar leichter.

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Hier auf dem Bild im Vergleich zum ersten Bild zu sehen. Die ganzen überflüssigen Aufkleber sind ab (bis auf der Synchron und der von der BG). Das war eine Aufgabe für die sich meine Freundin begeistern konnte und mich mit wachsender Begeisterung unterstützt hat. 

Gruß Henrik
 
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