Hallo,
heute, nach 2 Tagen, habe ich den Motor erneut gestartet.
Trotz Pumpens hat er sich geziert. Er ist aber ohne Startpilot angesprungen.
Ich denke, es wird doch irgendwo Luft eintreten. Da muß ich wohl noch einmal ran.
Jetzt möchte ich aber den 2ten Teil unserer ESP/Düsenaktion vom letzten WE schreiben.
Jens (der MAN-Kollege) hat mich daran erinnert zu schreiben, daß besonders bei Arbeiten nach den Filtern
absolute Sauberkeit ein Muß ist. Jede Verschmutzung landet irgendwann unweigerlich in
der ESP und/oder den Düsen, und kann erhebliche Schäden anrichten.
Also Leitungen mit Caramba, WD40 o. Ä. spülen und ausblasen.
Es ging also mit den Düsen weiter.
Dieses ist die erste Düse hinter dem Kühler.
Dort hatte der Motor am Auslaß einen dicken Rußring, als ich vor 3 Jahren den Auspuff abgeschraubt habe.
Ihr seht hier auch das Überlaufröhrchen für die Einspritzzeitpunkt-Einstellung.
Beim Abdrücken zeigte sich, daß die Düsen nicht sauber zerstäubt.
Also muß der Düsenhalter auseinander gebaut werden.
Um den Kupferkonus abzuziehen, ist das richtige Werkzeug sehr hilfreich.
Das Blech wird unter den Konus geschoben, und mittels Gewindestange abgezogen.
Oberhalb von Abzieher liegt das Gerät zum Reinigen des Sitzes des Konus im Zylinderkopf.
Jetzt ist der Konus unbeschädigt entfernt.
Die Düse läßt sich jetzt heraus ziehen.
Es stellte sich schnell heraus, daß die Düsennadel fest geklemmt ist.
Normalerweise ist sie dann reif für den Schrott. Jens hat versucht sie zu "retten".
Übrigens haben wir natürlich auf den Rasen eine große Blechwanne gelegt,
um den ausgedrückten Diesel aufzufangen.
Nach dem Bearbeiten der Nadel mit Schleifviels hatte sie immerhin einen klemmfreien
Arbeitshub von ca. 5mm.
Beim Zusammenbau des Düsenhalters ist darauf zu achten, daß die beiden Flächen
sauber sind, es sind Dichtflächen.
Zum Reingigen der Überwurfmutter zum Halten des Düsenhalters eignen sich
kleine Runddrahtbürsten.
Das Sprühbild war deutlich besser. Leider ist mir nicht ein vernünftiges Foto gelungen.
Die nächste Düse hat deutlich besser gesprüht, aber bei einem Druck von ca. 165 bar.
Jens hat den Druck höher eingestellt.
Der Spritzdruck war zwar höher, aber das Spritzbild war schlechter.
Also alles zurück.
Um besser fotografieren zu können habe wir einmal waagerecht draufgedrückt.
(auch nicht rechtzeitig auf den Auslöser gedrückt)
Die 3te Düse war nicht wie neu, aber ok. Die 4te hatte der Motorbauer abgedrückt,
als er einen neuen Konus eingesetzt hat. (2 Konen haben wir wieder verwendet)
Dann haben wir noch die Sitze der Konen gereinigt.
Neben dem verbesserten Anspringen, und dem ruhigeren Lauf ist das Räuchern aus der
Kurbelwellenentlüftung vorbei, und durch die Kopfdichtung wird kaum noch Öl raus gedrückt.
Der Motor läuft kraftvoll, und reagiert direkt auf Gaswechsel.
Auch der unruhige Lauf im Standgas ist vorbei.
Ich bedanke mich auf diesem Weg nochmals herzlichst bei Jens.
Ohne den Einsatz neuer Komponenten wie Düsen ist wohl kaum ein besseres Ergebnis zu
erreichen.
Man merkt schon, daß hier ein routinierter Kenner der Materie am Werk war.
Ich hoffe, daß ich das als Laie einigermaße verständlich geschrieben habe.
Kommen von den MANlern Korrekturen, laß ich es euch wissen.
Gruß
Jörg