Sehe ich da eine hydr. Holzzange!?!?
SAKRILEG !!!
@Henry, Michael und Holger
Ich will den Fred hier nicht für meinen Schlepper missbrauchen. Insbesondere jetzt, wo ich mit mir hadere und grübele, warum, wieso und weshalb ich eine so ineffiziente und kostspielige Ausrüstung gekauft und gebaut habe, statt mir gleich einen zweiten Arbeitsschlepper nebst Fahrer und einen Windenspalter anzuschaffen. Ich denke, mein Leben könnte glücklicher verlaufen ....
Nun gut, da muss ich durch und ich erläutere euch auch gerne kurz den Grund des Tausches zwischen meinem geliebten IHC 523s aus 1971 und dem Hirsch.
Der Tausch
Man hat sich verknallt. Auf einer Ausstellung in Erfurt ist es passiert, den Grünen Tagen Thüringen. Aufgestiegen, wohlgefühlt. Das war 2009 und lange hat es gebraucht, bis ich einen Händler fand, der mir meinen Schlepper so ausstaffiert, wie ich es gerne hätte. Hier ging es um die Rad-Räderkombination des 75ers. 2010 war es dann soweit.
Ich selbst habe den 55ps Dreizylinder mit Turbomotor und Ladeluftkühler gewollt. Ein von John Deere bislang zig tausendfach gebautes Triebwerk. So ist auch das Getriebe sehr groß dimensioniert (wie ich es vom 523er gewohnt war) und die VA stammt von der größeren 5M Vierzylinderserie. Beste Voraussetzungen, für ein langes Schlepperleben und Wartungen jenseits der Laptops und PCs.
Der Schlepper läuft nur 30 und hat eine Hinterradbremse. Der Allrad geht über Klauenkupplung. Die Gänge sind synchronisiert, die drei Gruppen nicht.
Der Schlepper ist einfach aufgebaut und einfach zu bedienen.
Gesucht habe ich lange einen 523as, doch in meinen Augen waren die zu teuer. Es musste ein Dreizylinder mit Allrad sein, der kurz baut.Der Abschied von meinem 523er, welchen ich über Jahre aufgepeppelt habe (ihr erinnert euch), fiel mir echt nicht leicht, doch ich konnte mir den Käufer aussuchen, da es genügend Interessenten gab. Er ging an die Mosel, in gute und sorgsame Hände und er darf dort seine 100 Bst/Anno beim Holzen machen. Er hat ein gutes Leben. Das war mir wichtig!
Das ich dann noch heimlich ein JD-Fan war, machte mir die Entscheidung nicht wirklich schwerer und Gebrauchtmaschinen waren mir auch hier zu teuer.
Agrolux und Co fielen aus meiner Betrachtung schnell raus, da sie mir nicht authentisch genug waren und auch zu "flussig" gebaut......zudem hatte ich hier mit meinen "Tretern" keine Chance, siehe hier:
So sieht meine Plattform aus....okay, ohne Füße.
Freiluft
Wie man unschwer erkennen kann, hat das Teil kein Dach. Für mich spielt das keine Rolle, da ich so super auf- und absteigen kann, auch mit der Forstausrüstung auf dem Kopf. Die Plattform ist im Fußraum großzügig ausgelegt und man hat mit Größe 47 keinerlei Probleme und bleibt nicht hängen.
Ich stellte fest:
- Wenn es regnet, arbeite ich nicht.
- Wenn es kalt ist, ziehe ich mir einen Pulli an
- Die fehlende Windschutzscheibe wird ersetzt durch eine Sonnenbrille
- Das Dach durch meine Kappe
=> So geht nix kaputt (wie damals bei meinem Steyr 948aTurbo mit Kabine) und ich kann den Bügel abklappen und die Maschine passt in eine Autogarage.
Und die Fahrt mit so einer Maschine erdet ungemein.....man ist einfach näher am Geschehen und an der Natur. Ich liebe es.
Die Legende
Einen John Deere zu fahren, ist mehr als nur ein Schlepper zu lenken. Das ist pure und unverfälschte Geschichte und ein besonderes Flair, was diese Marke umgibt. Davon möchte ich mich auch nicht freisprechen, ohne jemals den Respekt vor allen anderen Marken zu verlieren.
Es sind eben 175 Jahre ununterbrochenes Markenimage und eine Farbkombi, die nun seit fast 100 Jahren existiert.
Unter dem Zeichen des springenden Hirsches durfte aus diesem Grunde auch letztes Jahr ein US-Containerschlepper bei mir Einzug halten, ein lang ersehnter Traum aus Kindertagen. Für die Arbeit aber sicherlich inzwischen zu schade geworden.
Die Ausstattung
Der FL war eine Sache für sich und ich wollte zunächst einen JD 533. Doch hier stellte sich schnell heraus, dass JD vllt. Schlepper bauen kann, weniger den dazu passenden Lader. Das Teil war teuer und überdimensioniert (passte besser ab Vierzylinder), die Leitungen liefen immer noch an der Schwinge lang und der Schwingungshebels schaute aus der Seite heraus und eben generell schlecht ausgestattet.
Der FL musste bei mir aber stabil sein, zum Schlepper passen, kurz bauen.
Auch hier war für mich immer schon die Firma Alö Quicke Symbol für puristischen, aber technisch anspruchsvollen Frontladerbau. Das Dumme, keine Lieferung in Wunschfarbe möglich, weil ich keine Parallelführung wollte/brauchte.
Also hiess es, die Schwinge selbst umzugestalten------aus roter (war so verfügbar) Trima 1.1
Wurde eine grüne Quicke Q21 mit drittem Steuerkreis, Dämpfung, Lock&Go-Verriegelung.
Zudem habe ich noch beim Heckhubwerk einen 2ten DW-Steuerkreis mit elektroweiche eingebaut...bedienbar über einen Hebel
Hinterradgewichte
JD Schutzbügel vorne und die originalen Schwenkkotflügel vorne, wobei das bei dem Schlepper so nicht vorgesehen war. Doch ich da ich wusste, dass die VA vom 5m stammte, nahm ich einfach diese und kürzte die Tankplatte ein, damit es passt.
Die RKL wurde dann noch von der oberen Mitte auf die Seite gesetzt....
Das war im Übrigen die Ausgangsbasis beim Händer auf dem Hof
Der Einsatzbereich
Aus reinem Spaß an der Freude und weil natürlich ein Schlepper vorrangig für den Acker konzipiert wurde, darf er auch mal hier zum Einsatz kommt....
Grubbern

FL-Arbeiten
...auf dem Silo
Ganz klar, der Pflug....!
Oder eben in der Holzbergung, als "Schweitzer Taschenmesser"
Mir fehlt zum Glück nur noch eine Seilwinde auf meinem Spalter, doch das Taschengeld ist alle....
Es gilt das © für meine Bilder!
175 Jahre John Deere (Video).